Und sonst nichts von Irmgard Rosina Bauer | Indie-Autoren Bücher
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Und sonst nichts von Irmgard Rosina Bauer

Und sonst nichts

Details:

Genre: Biografien, Gesellschaftsromane
Format: Taschenbuch, gebundene Ausgabe
Seiten: 320
Distributor: Books on Demand
ISBN/ASIN: 978-3750480513
Bewertungen: 1 BewertungSchreibe etwas über das Buch

Klappentext:

»Ich liebe die Berge. Dass das so ist, wusste ich nicht immer. Und überhaupt wusste ich nicht viel darüber, was ich liebe und was nicht. Das Leben kam über mich, ungefiltert, jahrzehntelang sagte ich zu allem Ja, und es war irgendwie in Ordnung so – bis ich durch einen Burnout ausgebremst wurde. So also ging es nicht mehr weiter, aber wie dann?«

Rosi ist 52. In den vergangenen drei Jahrzehnten hat sie vier Kinder großgezogen und ihrem Mann in seinem Delikatessen-Laden geholfen. Da war keine Zeit, um sich mit sich selbst und den eigenen Bedürfnissen zu beschäftigen. Nun erfüllt sie sich einen alten Wunsch und zieht alleine los nach Südfrankreich. Mit Merkür, ihrem Mini-Van, mit viel Angst vor ihrer eigenen Spontaneität und mit wenig Geld: Nur 10 Euro will sie pro Tag ausgeben. Während sie dabei öfter an ihre Grenzen stößt, gewährt sie ihrer Abenteuerlust freie Wildbahn und kann viele ihrer Ängste erkennen und relativieren; und ganz nebenbei ihr altes Leben abstreifen. Ihr schlechter Orientierungssinn ist dabei nur eines von vielen Hindernissen auf ihrer andauernden Suche nach optimalen Verhältnissen.

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Inhalt:

Verantwortung für sich selbt und ein neues Leben zu übernehmen fällt Rosi zunächst schwer, nachdem sie sich lange als das Opfer ihrer Lebensverhältnisse gesehen hat: Ein narzisstisch geprägter Ehemann! Sein imageträchtiges Geschäft! Und dagegen Ihre große Sehnsucht nach Freiheit!

Für ihre neue Unabhängigkeit nimmt sie viele neue Opfer auf sich, für die sie plötzlich niemandem mehr die Schuld geben kann. Sie genießt das Herumstreunen in der wilden Sommernatur Südfrankreichs in vollen Zügen wie eine Teenagerin – wo doch ihre eigenen vier Kinder längst dem Teenageralter entwachsen sind. Doch wohin in der neuen Freiheit mit den alten Glaubenssätzen und Ängsten, die ohne Einladung einfach mitgereist sind? Rosi findet für sich viele Antworten – und möchte diese Reise zu sich selbst nie mehr missen.

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Buchtrailer

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Leseprobe

(...)
Viele dieser französischen Landschaften habe ich früher mit Karl-Hubert bereist. In der Gascogne prämierte Gänsestopfleber gegessen oder den unvergleichlichen Duft der schwarzen Trüffeln aus dem Périgord auf fleischigem Landhuhn genossen.

Und nun: Zwei Monate am Stück frei. Im Sommer! Für mich und für meine Bedürfnisse und für das Frankreich nach meinem Geschmack. Ich werde in seinen Süden fahren, wie es mir beliebt, und ich muss dort nicht nur essen und trinken. Vor meinem inneren Auge hat sich längst eine wilde Natur aufgebaut, durch die ich streifen werde. Deren Berge ich suchen werde. Deren bizarre Formationen ich bestaunen werde, die ich lieben werde – weil sie meiner inneren Natur ähneln, die ich nicht länger hinter einer planmäßigen Fassade verbergen will.

Es ist nun etwa zwei Jahrzehnte her, dass Karl-Hubert und ich mit unseren damals noch kleinen Kindern oft in Südfrankreich gewesen sind, woher er für unseren damaligen Weingroßhandel die damals in Mode kommenden französischen Landweine importiert hat. Auf den Autofahrten war ich damit beschäftigt, unsere zunehmende Zahl an Kindern mit Liedchen, Teekesselchen-Spielen und Pumuckl-Kassetten bei Laune zu halten. Sie mit solchen Keksen, die in dem schönen neuen 300er Mercedes SE nicht bröselten, zu versorgen, ebenso wie mit Trinken, aber mit nur so viel, dass sie nicht ständig Pipi machen mussten. Karl-Hubert steuerte das Auto, kümmerte sich um die Route, die dann direkt dorthin führte, wo er seine Geschäftstermine wahrnehmen konnte. Da Karl-Hubert für den Weinhandel ganze Sattelschlepper voller Weinpaletten einkaufte, wurden wir von den Winzern bei den Weinproben fürstlich mit den Köstlichkeiten der Region verwöhnt.
Er klagte über die hohe Verantwortung, die er damit hatte, den richtigen Wein auszusuchen. Der sich dann auch gut verkaufen würde. Und darüber, dass ich mich nicht voll auf das Hin- und Her-Übersetzen konzentrierte, weil ich mich um die Zufriedenheit unserer zwei, bald darauf drei und dann vier Kinder kümmern wollte.
Mein damaliges Frankreich entsprach nicht meinem Frankreichtraum. Der hatte nie aus so viel Essen und Trinken bestanden. Bei aller Gaumenfreude, die ich durchaus schätzen konnte, war mir das stundenlange Sitzen beim Mahl, zumal mit unruhigen Kindern, immer ein Gräuel gewesen.
Erst das sorgfältige Aussuchen des Apéritifs, begleitet von einem kleinen Hors d’Oeuvre.
Dann die warme Vorspeise, häufig aus Fisch bestehend, mit einem passenden Weißen. Anschließend der Hauptgang, immer ein besonderes Fleisch vom lokalen Rind, vom lokalen Huhn, von Lamm, Ziege oder Kaninchen, über das man viele Worte verlieren konnte. Dabei immer mit speziellen Zubereitungsformen gekürt, die selbstverständlich nur mit einem exakt das Geschmackserlebnis vollendenden Roten erobert werden konnten. Gefolgt von einer in der Regel üppigen Käseplatte, bestehend mindestens aus mehreren Briesorten und Camemberts, diversen Käsen mit Rotschmiere, aus Hartkäsen, mindestens einem Bleu und einigen handtellergroßen frischen und trocken-verschimmelten alten Chèvres. Natürlich konnte auch der wohltemperierte Käse sein optimales Aroma erst entfalten, wenn er gemeinsam mit einem passenden samtigen Roten aus der Region genossen wurde.
Kein richtiges Mahl wurde ohne ein Dessert abgeschlossen. Und davon gab es – da war denn auch ich sehr interessiert – die herrlichsten Varianten. Crème brûlée oder Crème Caramel, Flan, Tarte mit Früchten, Profiteroles, eine Himbeer-Charlotte oder eine cremig geschlagene Mousse au chocolat, um nur einige aus der immer üppigen Auswahl zu nennen. Gerne wurde dazu ein weißer Süßwein gereicht. Um dann das Dîner zu vervollständigen mit einem, abhängig von der Region, in der wir uns befanden: Cognac Vieille Réserve oder einem edlen Marc de Bourgogne oder einem klaren Eau de vie. Dieser vorzugsweise aus seltener Frucht gebrannt, wie zum Beispiel der Baie de Houx, Stechpalmbeere.
Ja, wir wurden in unserem Umfeld viel bewundert und beneidet, wenn wir von unseren Frankreicherfahrungen erzählten – und diese Anerkennung war ganz sicher Ursache so mancher Motivationsmomente für mich.
Doch hier stehe ich und kann nicht anders: Essen fasziniert mich nicht mehr.

Soll ich oder soll ich nicht? Du kannst doch nicht … Warum eigentlich nicht? Ich spüre Unbehagen. Ich hatte zu Hause noch alle Telefonnummern meiner französischen Freundinnen herausgefunden und eingepackt.
Erst jetzt, auf dem Weg in das tiefste Frankreich, denke ich vorsichtig darüber nach, Danielle anzurufen, die schon – ich habe nachgerechnet – vor zwölf Jahren zurück in ihre Heimat gegangen ist. Seitdem habe ich sie nicht mehr gesehen. Ich tu’s. Ich rufe an.
„Allo, Danielle, hier ist Rosi aus Ismaning, erinnerst du dich? Ich bin in Mulhouse und wäre heute Abend bei dir, wenn es dir recht ist.“
Ein herzliches Lachen am anderen Ende der Leitung.
„Rosi, c’est toujours toi, toujours spontane“, kichert sie. „Aber natürlisch“, sagt sie mit ihrem französischen Akzent, „du kannst kommen, isch bin zu Ause. Isch muss arbeiten eute, so isch kann nischt etwas vorbereiten, aber isch freue misch sehr, du kannst in meinem Eim schlafen so lange du es willst. Sarah wird den Tür öffnen, bis isch eim komme.“
Ich bin im siebten Himmel.
Danielle wiedersehen, die damals mit ziemlichen Problemen so plötzlich aus Ismaning aufgebrochen war, ihre drei Kinder eingepackt und ihren Mann zurückgelassen hatte und zurück nach Frankreich gegangen war. Damals konnte sie nicht darüber sprechen, sie hat sich nur sehr knapp von mir verabschiedet, mehr der Form halber als herzlich. Abgemagert war sie innerhalb weniger Monate – und ich konnte nur mutmaßen, was mit ihr und ihrer Ehe geschehen war.
Und jetzt ein offener, herzlicher Ton am Telefon. Ich freue mich wirklich sehr. Das Abenteuer beginnt nun so richtig, mit dem Spaß, den ich damit verbunden hatte.
Ich beschließe, die Routes nationales zu nehmen, um die Autobahnmaut zu sparen, und gönne mir an der Tankstelle eine Frankreichkarte.
Da ich in letzter Zeit von München aus häufiger „schnell mal“ nach Italien gefahren bin, ist mir die grüne Beschilderung für Autobahnen geläufig, und munter folge ich also den blauen Straßenschildern für die Routes nationales. Mit der Bezifferung der Straßen habe ich Schwierigkeiten, aber je länger ich fahre, desto mehr Routine werde ich ja wohl damit bekommen. Verfolge das blaue Schild „Belfort“ und lande wieder und wieder beinahe auf der Autobahn.
„O diese verdummten Franzosen!“ höre ich mich lautstark schimpfen, „so schwer kann doch eine Ausschilderung für Ortsfremde gar nicht sein!“
Lange steigere ich mich in meinen Ärger hinein – bis ich endlich meine Verwechslung bemerke: Die Autobahnbeschilderung ist in Frankreich genauso blau wie in Deutschland. Und Routes nationales sind grün ausgeschildert. Mein System war noch auf Italien programmiert, wo Autobahnen grün beschildert sind.
Ein bisschen beschämt bin ich nun doch, weil ich sie alle pauschal beschuldigt habe, die Franzosen, meine geliebten und geschätzten Franzosen, als ich endlich die RN 83, aber auch meine gute Laune wiedergefunden habe. Trotzdem gibt es dann immer wieder Orte und Örtchen, die ich auf meiner Karte nicht finde. Wie fahren? Was ist der Unterschied zwischen einer RN und einer D-Straße? Welcher Logik folgen die Bezifferungen? Warum stehen auf dieser verdammten Karte die Orte nicht drauf, in denen ich hier ohne mein Verschulden lande? Für welche Richtung soll ich mich entscheiden an dieser Straßenkreuzung und an jenem Dorfplatz ohne Schilder? Ich wende auf der Straße die in meinem bisherigen Leben bewährte Taktik der Wegfindung an: Ich frage Leute auf der Straße. Die mich verwundert anschauen, als ob sie noch nie eine Fremde gesehen hätten, aber immer mit munterem Engagement Auskunft geben, in so schnellem und so selbstverständlichem Französisch, dass ich allerhöchstens die begleitenden Armbewegungen bis um die nächste Kurve für mein Fortkommen verwenden kann. Trotzdem bedanke ich mich mit strahlender Höflichkeit.
Früher, bei Karl-Hubert, habe ich mich im Auto um die Kinder gekümmert und nicht um die Fahrstrecke. Bei meinen Eltern habe ich es auch nicht gelernt, sie hatten nie ein Auto. Und wenn ich bisher allein unterwegs war? Oh, wie oft habe ich mich verfahren!
So viele Dörfer. So viele bizarre Dorfnamen. Und so heiß die Sonne. Warum nur habe ich, als ich im Januar dieses Jahres das Auto gekauft habe, an der Klimaanlage gespart! (...)

Die Autorin

Ich bin Irmgard Rosina Bauer und gönne mir seit meinem 60ten Lebensjahr ein Autorenleben, wie ich es mir immer schon gewünscht habe. Ja, und es geht! Ich habe bisher fünf Bücher (nun ja, auch Büchlein) veröffentlicht, und es geht weiter.

Ich habe vieles ausprobiert, vieles erlebt und kam immer wieder zu der Erkenntnis: Mut aufzubringen, Unerfreuliches zu ändern, ist gar nicht leicht. Aber es lohnt sich, immer! Viel zu oft war ich zu zögerlich. Und wie geht es euch damit, liebe Leser*innen?

Wenn ich euch davon überzeugen kann, Mut im eigenen Leben anzuwenden, kann eigentlich nichts mehr schiefgehen.

Das in meiner Autorenvorstellung zu sagen, ist mir das Allerwichtigste. Alles andere könnt ihr auf meiner Website nachlesen, auf meinem Instagram- und Facebook-Account, auf meinem YouTube-Kanal nachsehen oder eben in meinen Büchern nachlesen, wo vieles richtig wahr ist.

Übrigens: Die Lieferzeiten für ein Book on Demand sind zum Teil sehr lang. Schneller (und auch noch mit Signatur und einem Lesezeichen) bekommst du „Und sonst nichts“ mit einer kurzen E-Mail an: bauer@irmgardrosina.de

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Meinungen zum Buch

  1. „Und sonst nichts“ von Irmgard Rosina Bauer lädt zu einer Reise ein, einer Reise in der Außenwelt, die in das Innere führt. Rosi schafft es dabei, den Lesern das Gefühl zu vermitteln, mit den alltäglichen Krisen nicht allein zu sein. Es gehört zum Leben und ist vollkommen in Ordnung, auch einmal hilflos und ratlos vor den Problemen zu stehen. Dennoch gibt es immer einen Weg aus diesem Dilemma heraus, auch wenn er vielleicht erst auf den zweiten oder dritten Blick sichtbar wird. Dieser Roman zeigt facettenreich wie es ist, bei einer Reise nicht nur ein Land, sondern auch sich selbst viel besser kennenzulernen. Rosi erlebt während der Fahrt durch Frankreich Momente, in denen sie stark genug ist, ihre Ängste zuzulassen und gleichzeitig etwas dagegen zu unternehmen. Sie entwickelt mit der Zeit immer mehr Strategien, mit denen sie sich wohlfühlt und sich trotzdem eine Menge neuer Dinge traut. Dieser Reiseroman macht deutlich, was es bedeutet, für 40 Tage ganz allein auf eine Reise zu gehen. Das es eben nicht nur ein Abenteuer im Außen ist, sondern auch eines in einem Selbst. Zwangsläufig führen die im Außen auftretenden Probleme und die Herausforderungen zu einer Auseinandersetzung mit den eigenen Einstellungen, Werten, Ängsten, also der eigenen Persönlichkeit. Zudem helfen Einblicke in ihre Vergangenheit zu verstehen, weshalb Rosi sich für diese Reise entschieden hat und warum diese für sie so tiefgehende Veränderungen mit sich bringt. Wer also nach einem Anreiz und auch nach dem nötigen Mut für seine eigene Reise sucht, egal ob im Außen oder in sich selbst, für den ist dieses Buch genau das Richtige.

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