Buchcover zu Rosa und Cheyenne von Barbara Zimmermann - Genre: jugendbuecher, gesellschaftsromane

Rosa und Cheyenne

Details:

Genre:Gesellschaftsromane, Jugendbücher
Format:Taschenbuch, eBook
Seiten:192
Verlag:Books on Demand
ISBN/ASIN:978-3743102880

Klappentext:

Das Abi vor der Tür, Bauchkribbeln für einen Franzosen, wo sich noch klären muss, ob Blindgänger oder Jackpot, eine fantastisch quirlige und humorvolle Mutter und schließlich am Ende: DIE FRAGEN DES LEBENS.

Bei Cheyenne ist schon der Name Programm, und zusammen mit Rosa beschreiten die beiden Heldinnen des Romans einen turbulenten, jedoch liebevollen Lebensweg. Mit leichtem, witzigem und warmherzigem Ton wird über Wutausbrüche, Alltagskatastrophen und Geheimnisse berichtet. Weitere Mitwirkende: Peer (duftet nach Puma), Jacques (Frankreich, Frankreich), eine Bordeauxdogge, Baum Nr 11 auf dem Waldfriedhof und last but not least Frau Jägermeister.

Für alle Mütter und die es werden wollen, für Väter natürlich auch!

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Leseprobe:

Rosa und Cheyenne schlenderten durch Münchens Innenstadt. Rosa trug ihre Haare in der Farbe Rosa, passend zu ihrem Namen, wie sie fand. Ihre Schuhe hielt sie in der Hand. Mit ihrem kurzen Faltenrock, ihren mit schwarzem Kajal umrandeten Augen, ihren schlanken, langen Beinen und einem T-Shirt mit dem Aufdruck: DU BIST ES NICHT, erregte sie Aufmerksamkeit.
Cheyenne trug ihre hochtoupierten Haare in Azurblau, mit einem Sidecut, den sie mit einer auf dem Flohmarkt gekauften Hundeschermaschine regelmäßig selber schnitt. Sie trug eine blaue Hose, mit roten Hosenträgern und einem gebatikten T-Shirt darunter, dazu Plateauschuhe. An diesem Tag war sie ausnahmsweise mal ungeschminkt, ihre blauen Augen spiegelten ihre Haarfarbe wider. Aus der Auslage von Öztürks Obstladen nahm Rosa sich im Vorbeigehen einen Apfel und biss herzhaft hinein. Rosa nahm sich gerne Dinge, die ihr eigentlich nicht gehörten. Sie kaufte selbst oft bei Herrn Öztürk ein, ernährte sich gesundheitsbewusst, bis auf den Cola Korn, den sie abends im Punkkeller gerne mal trank. Herr Özturk gab ihr bei jedem Einkauf einen Apfel auf die Hand, so als Ermahnung: Ich weiß, du nimmst dir jedes Mal einen Apfel, wenn du bei mir vorbeigehst.
Rosa und Cheyenne befanden sich auf dem Weg zu einem Date. Per Internetchat hatte Rosa sich mit Attila, zweiunddreißig, intelligent, sportlich, gut aussehend, verabredet, um sich kostenlos zum Essen einladen zu lassen, bei Viva Italia einem angesagten Italiener Münchens. Kurz vor dem Lokal nahm Rosa eine blonde, langhaarige Lockenperücke aus ihrer Tasche und stülpte sich diese über den Kopf. Schließlich hatte sie sich mit einem Foto und eben dieser Perücke im Chat präsentiert.
Im Viva angekommen, erkannte sie Attila auf Anhieb, obwohl er so sportlich wie beschrieben nicht aussah, sondern eher untersetzt und kleiner als Rosa. Außerdem musste es sich bei seinem Alter um einen Zahlendreher handeln, er war höchstens dreiundzwanzig, fand sie. Rosa gab ihm mit ihrem schönsten Lächeln die Hand und hauchte ihm rechts und links ein Küsschen auf die Wange, wobei ihr sein billiges Rasierwasser in die Nase kroch und sie es als unangenehm empfand.
»Hey Attila, du hast doch hoffentlich nichts dagegen, dass meine Freundin Cheyenne mit uns zusammen isst oder stört dich das?«, fragte Rosa forsch.
Attila konnte seinen Unmut kaum verbergen. Er hatte sich von der Investition in ein Essen mit Rosa eine schnelle Nummer erhofft. Attila war verärgert, da sie mit ihrer Freundin in Azurblau erschienen war und selbst unverkennbar eine Perücke trug, wobei Attila auf
blonde lange Haare stand, aber bitte natürlich.
Attilas Laune besserte sich, da es ihn wie ein Gedankenblitz durchfuhr, dass die Mädels vielleicht auf einen flotten Dreier standen. Warum sonst sollte sie ihre Freundin mitbringen?
Rosa und Cheyenne ließen beim Essen nichts aus, angefangen von einem Antipasti Teller als Vorspeise über Spaghetti con Scampi und zum Nachtisch Tiramisu samt Espresso. Er fürchtete, nicht genügend Bargeld bei sich zu haben, und auch seine EC-Karte würde nichts mehr hergeben. Rosa fragte ihn permanent aus.
Wo er wohne?
Mit dem Stadtteil fiel er gleich durch.
Was seine Eltern machen würden?
Vater unbekannt und er wohnt noch bei seiner Mutter samt seiner vier Geschwister.
Attila rutschte mittlerweile nervös auf seinem Stuhl hin und her. Die beiden waren keine Kuschelprinzessinnen, sondern Hardcoreweiber. Er überlegte, wie er darumkommen könnte, das Essen zu bezahlen. In dem Moment schnippte Cheyenne mit ihren Fingern und bat den Ober die Rechnung für den Herrn zu bringen. Wutschnaubend legte Attila den Betrag auf den Tisch, wobei ihm jetzt ganze zwanzig Euro blieben für den Rest des Monats.
»Falls du uns noch einmal einladen möchtest, immer gerne«, meinte Rosa beim Abschied.
Sie ließen Attila frustriert zurück. Auf der Straße zog Rosa sich ihre Perücke vom Kopf, stopfte diese in ihre Tasche und hakte Cheyenne prustend vor Lachen unter. »Wir haben zwar spitzenmäßig gegessen, aber ehrlich, es ist mir zu anstrengend nur wegen des Umsonst-essen-Gehen mit so einer Flachpfeife zu reden«, sagte Rosa.
»Einmal im Monat sollten wir das machen, spart uns Geld«, antwortete Cheyenne pragmatisch.

Cheyennes Handy gab ein Pling von sich.
Ihre Mutter Babette schrieb:
Hast du meinen roten Dior-Lippenstift genommen?

Cheyenne antwortete:
Du willst ja wohl in deinem Alter nicht mit roten Lippen auf die Straße gehen?

Babette schrieb zurück:
Doch will ich. Wiedersehen macht Freude.

An Herrn Öztürks Laden vorbeikommend, machte dieser sich einen Spaß und rannte mit einem Apfel in der Hand vor den Laden und rief Rosa zu: »Hey Rosa, du hast deinen Apfel vergessen!«
»Ich hatte heute schon einen«, antwortete Rosa und winkte ihm lächelnd zu.
Die beiden besuchten noch ihre Lieblings-T-Shirt-Druckerei, in der sie sich T-Shirts mit Sprüchen ihrer Wahl herstellen ließen. Für heute gaben sie noch in Auftrag in der Farbe Türkis und mit schwarzer Schrift: DU BIST ES VIELLEICHT. Für den Rest des Tages entspannten sie beim DVD-Sehen.

München – Bogenhausen. Babette tastete nach ihrem Handy auf ihrem Nachtisch, da sie dem Weckruf Einhalt gebieten wollte. Verschlafen blickte sie auf das Display und seufzte erleichtert, es gab keine neuen Nachrichten. Nachrichten von ihrer Tochter Cheyenne bedeuteten meist, dass sie in Nöten war, entweder situationsbedingt oder finanziell. Sie liebte ihr einziges Kind, befand sich aber in einer sehr speziellen Mutter-Tochter-Beziehung, was Babette oft zu schaffen machte. Sie hätte sich liebend gerne noch einmal umgedreht und eine Mütze Schlaf genommen, da ihre Bed-&-Breakfast-Gäste im Nachbarzimmer zu nachtaktiv ge-wesen waren und sie mehrmals weckten. Das waren die Schattenseiten ihrer Existenz. Ihr Blick auf den Friedensengel, als sie ihre Gardinen beiseite zog, entschädigte sie sogleich dafür. Sie wohnte gerne hier und fühlte sich wohl in dem Stadtviertel. Sie wusch sich am Waschbecken in ihrem Zimmer, schlüpfte in ihre Lieblingsmarkenjeans und in eine ihrer vielen geblümten Blusen, die sie selbst nähte.
Die meiste Zeit verwand sie wie jeden Morgen auf ihre Amy-Winehouse-Gedächtnisfrisur, wozu sie ihre Haare stark toupierte und sich ein Haarteil darunter feststeckte. Für ihre fast fünfzig Lenze sah sie noch sehr attraktiv aus, in ihr mittelblondes Haar mischten sich feine graue Fäden, aber ihre meerblauen Augen, umgeben von einem dichten Wimpernkranz, leuchteten so intensiv, dass sie schon des Öfteren gefragt wurde, ob sie farbige Kontaktlinsen tragen würde.
Sie schlüpfte in ihre Ballerinas und machte sich auf den Weg zum Bäcker, schließlich erwarteten ihre Gäste ihr Frühstück pünktlich auf den Tisch. Mit einer großen Tüte und nicht zu vergessen, ein paar Brezeln kehrte sie in ihre Wohnung zurück. Ihr Handy klingelte.
»Hey Mama, wenn ich nicht die Französischnachhilfereise bekomme, kann ich mein Abi vergessen!«, schrie Cheyenne ihrer Mutter ins Ohr.
»Du gehst jetzt fast dreizehn Jahre zur Schule, und dir fällt kurz vor dem Abi ein, dass du noch kein Französisch kannst?«, merkte Babette an.
»Du kannst mich mal«, und es wurde aufgelegt.
Das Wegdrücken war Mutter Babette schon gewohnt. Sie legte ihr Handy kopfschüttelnd zur Seite, bedeckte sich dich Schultern mit einem Poncho, ging auf ihren Balkon hinaus und steckte sich erst einmal eine Zigarette an. Kein normales Gespräch möglich, bis zum Abi noch nicht aus der Pubertät herausgekommen, dachte Babette und nahm einen tiefen Zug. Sie atmete noch einmal kräftig ein und aus, tippte auf Cheyennes Nummer und sagte: »Guten Morgen, Cheyenne, erzähle mir bitte in Ruhe, worum es geht, und leg nicht gleich auf.«
Es ging um einen vierzehntägigen Crashkurs in Französisch, um genau zu sein, in Bordeaux, der laut Cheyenne absolut notwendig sei, um ihr Abitur bestehen zu können, und es würden noch zwei Klassenkameraden mitfahren. Der Preis für Aufenthalt und Crashkurs übertraf Babettes Erwartungen. Sie überschlug im Geiste ihre Finanzen. Den Französischkurs für Cheyenne bezahlen hieß für sie Urlaub im Bayrischen Wald anstatt auf den Kanaren. Zu Cheyenne sagte sie: »Okay, ich zahle!«
Letztendlich wollte sie nicht ein ganzes Leben lang vorgeworfen bekommen, dass Cheyenne wegen ihr das Abitur nicht bestanden hätte. Babette wünschte sich, dass Cheyenne glücklich war, ob als Straßenmusikantin
oder Künstlerin, war ihr egal. Eben einfach glücklich.

Es folgte noch eine SMS ihrer Tochter.
Cheyenne schrieb:
Ich brauche deinen Koffer!

Der letzte Koffer, den sie ihr ausgeliehen hatte, konnte nach der Reise entsorgt werden. Reißverschluss defekt. Babette seufzte, sie gab ihren neuen Koffer nur ungern her. Auf ihm stand: life is a journey.
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Die Autorin

Barbara Zimmermann ist am Niederrhein geboren und wohnt seit ihrer Heirat an der Ostsee. Mit ihrem Mann hat sie mehr als zwanzig Jahre lang eine Schäferei betrieben und ihre vielen Kinder großgezogen. Seit ihrer Kindheit bestand schon eine Affinität zum Schreiben. Bei ihren Spaziergängen am Meer ist die Piratengeschichte Piet und Polly entstanden. Zusammen mit der jungen Hamburger Illustratorin Yana Walther entstand somit das illustrierte Buch "Piet und Polly - Die Piratenkinder". Der zweite Band "Piet und Polly - Die Dracheninsel" ist in Arbeit.

Ihr erster Roman Rosa und Cheyenne ist eine Liebeskomödie in leichtem und witzigem Ton erzählt. Für alle Mütter und die es werden wollen, natürlich auch für Väter. Weitere Romane sind in Arbeit.

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