Buchcover zu L'Osteria antica und die geheime Tür von Elma Cancelliere - Genre: gesellschaftsromane

L'Osteria antica und die geheime Tür

Details:

Genre:Gesellschaftsromane
Format:Taschenbuch, eBook
Seiten:312
Verlag:Books on Demand
ISBN/ASIN:978-3746099743

Klappentext:

Kochen und essen ist ein wenig wie "fare l'amore"!

Laura Sabadini ist jung, attraktiv und ihre Beziehung mit Paolo ein Scherbenhaufen, als sie die "Osteria antica" von ihrer Großmutter Arianna übernimmt.

Ein Brief des Conte Alessandro di Valpecca lüftet das Geheimnis ihrer schönen Urgroßmutter Marinella Lombardi, deren große Liebe Renzo aus Venedig war und der damals jeden Sommer in der Villa nebenan verbrachte.

Inhalt:

Eine alte Osteria im Veneto ist das Podium meiner Geschichte. Hier werden nicht nur echte, schmackhafte Gerichte aus dem Veneto, wie "Gnocchi di polenta" oder "Stinco di maiale al forno" von der schönen "pardona" Laura zubereitet. In dieser Familie gibt es eine Fülle von emotionalen Zutaten, wie Liebe, Leidenschaft, Romantik und ein sorgsam gehütetes Geheimnis von Lauras Urgroßmutter Marinella. Mit ihr verbindet sie nicht nur eine große Ähnlichkeit, sondern auch eine kleine vergessene Tür in der Gartenmauer.

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Buchtrailer

Leseprobe

Es staubt ganz leicht auf, als die Eidotter in der Mehlmulde mit einem dumpfen Seufzer versinken. Die kleinen Salzkristalle, die nun darauf rieseln, glitzern an der Oberfläche. Sie beginnt, mit einer Gabel die Dotter mit dem Mehl zu mischen. Zuerst noch vorsichtig, damit nichts über den Mehlrand schwappt, dann ein ordentlicher Schuss Olivenöl, jetzt rührt sie kräftiger, von innen beginnend nach außen, bis das Mehl die Eiermasse aufsaugt und die Hände mit ihrer Arbeit beginnen können. Kneten, kneten und kneten, ihre Hände bewegen sich flink, biegen den Teig mit leichten Bewegungen immer wieder, drücken mit den Handballen fest dagegen bis er formbar ist, weich und elastisch, sich trocken anfühlt und eine glänzende, glatte Oberfläche hat. Ihre Zungenspitze streicht dabei unbewusst immer wieder leicht über die Unterlippe. Mit einem zufriedenen Ausdruck im Gesicht formt sie den Teig nach einiger Zeit zu einer Kugel, umhüllt ihn mit einer Folie und gibt ihn anschließend zum Rasten in den Kühlschrank. Ein feines Lächeln huscht über ihren Mund, als ihr die Worte ihrer Großmutter in den Sinn kommen: „Nudelteig nie an einem Regentag machen und es braucht eine gut durchlüftete Küche ohne Zugluft, gute Qualität der Zutaten und das Kneten, mein Engel, sind das Wichtigste, wenn er fein und zart werden soll. Er lässt sich dann ganz dünn auswalken, fast durchsichtig und beim richtigen Kochen mit reichlich Wasser bleibt die Mitte, die Seele der Pasta, intakt. Ihr verdankt sie das leichte Knirschen, das al dente.“
Laura steckt sich eine vorwitzige Locke hinter das Ohr, was einen weißen Mehlfleck auf ihrer Wange hinterlässt und säubert nun sorgfältig die schwere Marmorplatte von den Mehlresten. Es ist Großmutters alter Tisch, groß, wuchtig, mit ein paar Schrammen da und dort, hat er noch immer seinen Ehrenplatz mitten in ihrer Küche. Für die Füllung ihrer Kräuterravioli holt sie dann eine Schüssel aus dem Schrank und zerbröckelt darin den Ricotta, gibt die bereitgestellten Eidotter und Salz dazu, den frisch gemahlenen Parmesankäse und Pfeffer, hackt einen Bund Kräuter, den Knoblauch, die zuvor gerösteten Pinienkerne und vermischt alles zu einer geschmeidigen Masse.
Als sie gerade die frischen Steinpilze für den Risotto blättrig schneidet, stürzt Valentina aufgeregt und mit hochrotem Kopf in die Küche: „Laura, der Conte ist tot! Sie haben ihn heute früh in seinem Zimmer in der Pension ‚Aldo‘ gefunden.“ Den Korb mit dem soeben am Markt gekauften Gemüse wuchtet sie geräuschvoll und wie es scheint mit letzter Kraft, auf den Tisch. Sie sackt schwer auf den neben ihr stehenden Stuhl und die vor Entsetzen geweiteten Augen in ihrem runden, gutmütigen Gesicht sehen Laura verzweifelt an. Von dem sonst so wohl geordneten, schon etwas ergrautem Haar, hängt ihr eine Strähne tief in die Stirn, als sie fahrig nach einem Taschentuch sucht und sich geräuschvoll die Nase putzt. Betroffen fragt Laura: „Von wem weißt du das?“ Und nach ein paar Augenblicken: „Hast du Emelda getroffen?“ „Nein, aber ich bin ihrem Stubenmädchen Rosa begegnet. Er war in den letzten zwei Tagen dort der einzige Pensionsgast“, und mit leicht bebenden Lippen haucht sie dann, „dabei hat er doch gestern noch bei uns gegessen.“
Valentina ist Sizilianerin und auch nach den rund dreißig Jahren, die sie schon im Veneto lebt, ist ihr die viel weichere Sprachmelodie des Südens geblieben. Sie ist ein eher dunkler Typ, klein, etwas rundlich und ihr großmütiges Herz ist für alle da. So wie viele Menschen auf ihrer Insel zog sie, kurz nach der Hochzeit, hoffnungsvoll mit ihrem Mann Alfonso in den reicheren Norden, um dort Arbeit zu finden. Wenn ihr der Abschied auch nicht leicht fiel, so war es für Valentina auch eine Möglichkeit, ihrer patriarchalischen Familie zu entfliehen, in
der man sich nicht zu atmen traut, wenn der Vater im Hause ist. Aber ihre Ehe verlief schlecht und es brauchte viele Jahre bis sie den Mut findet ihren Mann zu verlassen. Als die Zwillinge Pietro und Salvo zu jungen Männern herangewachsen waren und nach Deutschland gingen, trennte sie sich von Alfonso und zog in eine andere Stadt. Valentina kocht schon seit vielen Jahren in der Osteria und hat endlich nach so langer Abhängigkeit ihre wirtschaftliche Selbstständigkeit erreicht.
Laura ist wie paralysiert und erwidert nach einigen Augenblicken leise, wie zu sich selbst: „Sein Name ist Alessandro di Valpecca aus Venedig.“ Für ein paar Momente ist es so still, dass man das Ticken der Küchenuhr an der Wand hört. „Wir decken seinen Tisch wie immer, aber heute legen wir eine weiße Rose auf den Teller, als Zeichen unserer Trauer.“
Sie bemerkt wie Valentina die Augenbrauen hochzieht und fragt nun mit wieder etwas festerer Stimme: „Hast du alles bekommen, auch die roten Paprika für die Peperonata?“ Und als diese eifrig bejahend nickt: „Fang bitte schon an, das Gemüse zu schneiden, ich bin gleich wieder da, aber mir ist jetzt nach einem starken Kaffee!“ Sie nimmt ihre Schürze ab, hängt sie auf einen der Haken neben der Tür, verlässt die Küche und geht auf direktem Weg zu Mario in den vorderen Gastraum. Der hat die traurige Nachricht schon erfahren und steht gerade hinter der Theke, um die Weingläser auf den Glasborden zu ordnen. Er hebt den Kopf, blickt in ihr blasses Gesicht und geht ohne zu fragen zur Kaffeemaschine, um ihr einen "doppio" zu machen, schwarz, stark und ohne Zucker. „Grazie Mario“, sie lächelt ihn
an und steht dann, den Rücken ihm zugewandt und mit der Kaffeetasse in der Hand, lange am Fenster.
Man kann von hier aus die ganze Piazza Grande überblicken, bis zu der dem heiligen Bischofsstab gewidmeten Kirche gegenüber. Im Zentrum des Platzes steht ein Brunnen mit ausladendem Marmorbecken, aus dessen Mitte eine hohe Säule mit nach allen vier Himmelsrichtungen Wasser speienden Tierköpfen ragt. Obenauf thront ein imposanter venezianischer Löwe, die Pranke auf dem so genannten goldenen Buch, in das nur venezianische Patrizier damalsl die Ehre hatten namentlich eingetragen zu werden. Die dafür notwendigen Geldmittel trieben aber dann so manchen in den Ruin.
Heute verstellen die vielen Marktstände mit ihren weißen Stoffdächern etwas die Aussicht und es herrscht reges Treiben. Es ist Donnerstag und Wochenmarkt. Neben Gemüse, Obst, Blumen, Käse und Wurst preisen die Händler mit lauter Stimme auch Stoffwaren, Schuhe und allerlei Nützliches für Küche und Garten an. Die alte Tradition, nach der Kaufleute von Ort zu Ort fahren und ihre Waren statt in fixen Geschäftslokalen auf Märkten anbieten, stammt noch aus der hohen Zeit der Serenissima, als Venedig noch der Umschlagplatz für Waren aus aller Welt war.
Der Kaffeeduft belebt Laura und der erste schnelle Schluck zischt fast auf ihrer trockenen Zunge. Beim zweiten offenbaren sich dann seine ganzen Aromen und seine Wärme, der Rest explodiert an ihrem Gaumen, um in Sekundenschnelle ihren Magen aufzuheizen. Sie findet, dass sie von der Intensität des Kaffees und seinem Nachgeschmack noch während des Tages für lange Zeit begleitet wird, wie von einem guten Freund der sie nicht allein lässt. In ihr macht sich nun ein wohliges und wärmendes Gefühl breit, das sie mit neuer Energie versorgt.
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Die Autorin

In meinen Büchern steckt Italien drin!

Meine Passion ist schreiben und kochen und beides hat mit Italien zu tun, denn meine Romane spiegeln die italienische Lebensart wider und meine Küche ist mediterran. Ich esse dort gerne in einer kleinen Trattoria oder Osteria, wo die Mamma oder sogar noch die Oma nach alten Familienrezepten kocht. Diese Lokale sind für mich ein unerschöpflicher Fundus an Geschichten und Inspirationen und bieten ungeahnte Möglichkeiten für Schreibideen.

Kreativität hat immer auch mit Ängsten und Unsicherheit zu tun, die dich bremsen und hemmen können. Mein Trick dagegen - ich veröffentliche meine Romane bewusst unter einem Pseudonym. In dieser Person schreibe und teile ich mich mit und kann freier, direkter und ehrlicher sein.

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