Die dreiäugige Seherin von Marcus Borchel | Indie-Autoren Bücher
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Die dreiäugige Seherin von Marcus Borchel

Die dreiäugige Seherin

Details:

Genre: Fantasy, Thriller
Format: eBook, Taschenbuch, gebundene Ausgabe
Seiten: 360
Distributor: Tredition
ISBN/ASIN: 978-3347595149
Bewertungen: Bisher noch keine BewertungSchreibe etwas über das Buch

Klappentext:

Dies ist die Geschichte eines Mannes, der es sich erlaubt, bewusst nicht unfehlbar zu sein, der dutzende von Leichen im Keller als auch in unauslöschlichen Erinnerungen beherbergt. Dieser Mann, dessen Geschichte hier erzählt wird, fristet sein wenig aufregendes Dasein aufgrund zahlreicher für gewöhnliche Sterbliche schier unaussprechlicher Verbrechen als Insasse einer geschlossenen Anstalt.

Eine surreale Textcollage mit einem guten Schuss Expressionismus, durchzogen mit poetischen Prosastücken, grotesken Passagen, einigen recht blutigen Szenen und so mancher Ferkelei.

Inhalt:

Mit diesem Roman ließ ich meiner Absicht freien lauf, etwaige Literaturkritiker (sofern sie dieses Buch denn lesen) ganz furchtbar zu provozieren! So erschuf ich eine Mischung aus Surrealismus, experimenteller Literatur im fragmentarischen Stil, antikapitalistischen Aussagen, derben Scherzen und biologischem Schweinkram, gehüllt in unkonventionelle ausdrucksstarke Worte. Ein Werk, welches in erster Linie durch seinen gewaltigen Sprachklang besticht und dem Leser zugleich viel Raum für Eigeninterpretationen lässt!

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Leseprobe

Bisweilen fällt es mir schwer in chronologischer Reihenfolge zu erzählen. Zu viele Erinnerungen zu verschiedenen Zeiten wollen gleichzeitig zu Papier gebracht werden. Mein ganz und gar besonderes Bewusstsein verwehrt es mir dann und wann, Ereignisse in einer geordneten Form wiederzugeben. Häufig drängt etwas dazwischen oder wird in den Hintergrund geschoben und andernorts hervorgeholt.
Hin und wieder kommt es vor, dass ich mir selbst widerspreche und ich sehe es nicht ein, mich dafür in irgendeiner Form zu rechtfertigen. Manch einer sagt, ich sei wie das Wetter. Die haben doch alle keine Ahnung! Wer sich selbst nicht mit einer schizophrenen Psychose herumschlagen muss, wer selbst nie am eigenen Leibe die Erfahrung gemacht hat, wie sich eine Depression anfühlt oder was es bedeutet, von der Gesellschaft ausgegrenzt zu werden, weil man, beabsichtigt oder gegen den Willen, als Außenseiter durchs Leben geht, soll doch bitte nicht versuchen, mitzureden oder kluge Ratschläge zu erteilen!
Manchmal hole ich allzu weit aus, fange an, wortreich zu fabulieren, brauche eine halbe Ewigkeit und länger, um auf den Punkt zu kommen oder die Dinge beim Namen zu nennen. Dann und wann konzentriere ich mich auf das Wesentliche, beschreibe kurz und knapp oder lasse relevante Informationen außen vor. Nicht alles was geschieht, ist es wert, ausgesprochen zu werden. Manches kann man übersehen, anderes hinunterschlucken oder gänzlich vergessen. Meine Feder strotzt nur so von Authentizität, während mein Geisteszustand ein erquickliches Bad im Chaos nimmt. Ich kann unmöglich sagen, ob ich mit dem Gedanken spielen würde, mein Material zu veröffentlichen, wenn ich nicht dazu verdammt wäre, auf immerdar an diesem Ort zu verweilen. Wenn es jemanden gäbe, den ich gerne in den Selbstmord treiben würde und wenn dieser Jemand zufällig den Beruf des Lektors ausübt, würde ich zumindest darüber nachdenken. Oder auch nicht.
Manches von dem was ich schreibe und schrieb bekommt Martin Kramer zu lesen. Der Bruder der verstorbenen Maria verdient als einziger mein Vertrauen, wenn man mal von Alex, Alfred und Jessica absieht. Martin meint immer, aus mir wäre bestimmt ein großer Schriftsteller geworden, ein Gedanke, den ich inzwischen über Bord geworfen habe. Schreiben ist meine Bestimmung, doch bleibt mir eine Veröffentlichung verwehrt.
Für das, was ich an diesem Ort täglich verfasse, gibt es kein Publikum. Zu absurd, zu verworren, zu verdorben und an einigen Stellen zu brutal und zu blutrünstig sind die von mir geschilderten Ereignisse, mal abgesehen von der Tatsache, dass es hier keine Möglichkeit gibt, den Kontakt mit einem Verleger herzustellen. Wer will schon so etwas lesen? Damals habe ich viel geschrieben und auch manches davon veröffentlicht, doch heute… Lassen wir das! Heute schreibe ich in erster Linie nur noch für mich.
Wort für Wort versuche ich eine Antwort auf die Frage zu bekommen, ob ich bereue, was ich getan habe. Viele verschiedene Stimmen sprechen bisweilen zu mir, doch legen die meisten Sprecher ihr Veto ein, sobald mir die furchtbaren Dinge leid tun. Wenn ich jedoch dabei bin, meine Taten mit gutem Gewissen für ein notwendiges Übel zu erklären, an dem ich selbst keinerlei Schuld trage, meisterhaft nach Rechtfertigungen suche als auch fündig werde, ernte ich von einigen Sprechenden Lob und Bestätigung anstatt Kritik. Welchen Schuh soll ich mir anziehen? Ich weiß es nicht. Ich wasche meine Hände in Schuld.
Dunkelrotes Blut fließt aus dem Wasserhahn, während ich mir die Hände mit Innereien einseife. Zugleich bin ich ein Rad im Getriebe des Schicksals. Ich sehe Paralleluniversen, in denen sich meine Opfer für großes Leid verantwortlich zeigen. Durch mich wurde die Geschichte anders geschrieben. Ich habe Schlimmes verhindert, indem ich die Welt von einigen überflüssigen Menschen befreit habe. Dennoch habe ich getan, was niemand tun darf. Ich habe gerichtet. Werde auch ich am Ende gerichtet?

Der Autor

Man schrieb den 09. September 1979. Ein Tag, der die Weltgeschichte veränderte, zumindest für mich, erblickte ich doch an eben diesem Tag das Licht der Welt. Als ich noch im Krankenhaus lag, frisch geboren, gewickelt in Handtücher und Decken, wusste ich freilich noch nicht, dass ich sehr viel später mal zu den Schreibenden gehören werde. Bis zum heutigen Tage habe ich genau sechs Kurzgeschichten, einen Roman, sowie einen Band mit Gedichten und Essays veröffentlicht, welcher den Titel „Lisa & Eliaz“ trägt. Bis zu meinem Tod, dessen Eintreten früher oder später ziemlich sicher ist, plane ich, weitere Texte zu publizieren. Ein brandneuer Roman aus meiner Feder ist bereits im Entstehen begriffen. Alles andere wird die Zeit zeigen. Wie ich schon in meinem Vorwort sagte: Diese Welt ist ein verdammt seltsamer Ort! Da können ein paar Schriften, die ebenfalls verdammt seltsam sind, sicher nicht schaden!

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