Verstrickt: Gefangen im eigenen Netz von T. D. Amrein | Indie-Autoren Bücher
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Verstrickt: Gefangen im eigenen Netz von T. D. Amrein

Verstrickt: Gefangen im eigenen Netz

Details:

Genre: Krimi, Thriller
Format: eBook, Taschenbuch
Seiten: 252
Distributor: Epubli, Tolino Media
ISBN/ASIN: 978-3754973561
Bewertungen: Bisher noch keine BewertungSchreibe etwas über das Buch

Klappentext:

Helene Huber und Lorenz Kocher leben in ihren persönlichen Welten, in die sie ungefragt hineingeboren wurden. Mit der Zeit sickern in jede Biografie kleine Notlügen, Schummeleien oder Ausreden. Meistens erledigen sich die sorgsam hinter der Fassade versteckten, dunklen Punkte wie von selbst. Jedoch nicht immer. Wer Pech hat, steckt plötzlich bis zum Hals in bösen Schwierigkeiten. Und nicht alle überleben.

Inhalt:

Kommissar Krüger hat sich in der neuen Abteilung des BKA für Altfälle mittlerweile eingearbeitet. In diesem Umfeld stehen ihm jetzt sogar legal externe Kräfte zur Verfügung. Am wichtigsten bleiben jedoch seine persönliche Assistentin Nadja Smolenska und seine Lebensgefährtin Elisabeth Graßel. Auch der etwas schräge Detektiv Samuel Hummel mischt wieder mit. In „Verstrickt“ ermittelt Krüger in mehreren Cold Cases gleichzeitig. Wie ein solcher entstehen kann, findet sich in der Leseprobe der ersten Seiten.

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Leseprobe

Geduldig fräste Freddy Strich für Strich an der Kante von Sallys auffällig elegant geformtem Schlüsselbein entlang. Bloß nicht abrutschen! Zwar würde sich die Besitzerin des einzigartigen Knochens bestimmt nicht beschweren, falls es doch passieren sollte. Aber es gehörte zur Berufsehre eines Präparators, seine Objekte ohne grobe Kratzer auf den Gebeinen freizulegen.
Eigentlich verhielt sich der eingetrocknete Ton, in dem Sallys Knochen steckten, ganz manierlich. Auf jeden Fall im Vergleich zu knallhartem Kalk bei echten Fossilien, der Freddy meistens beschäftigte. Sein aktuelles Objekt war schließlich vergleichsweise fast noch als Backfisch zu bezeichnen. Sie stammte aus der Jungsteinzeit und dürfte etwa zur gleichen Zeit wie Ötzi unterwegs gewesen sein. Also vor rund 5000 Jahren. Jedoch nicht im Süden der Alpen, sondern in der Nähe des heutigen Hinterzartens im deutschen Schwarzwald.
Freddy hatte sie als einen sogenannten, komplett geborgenen Block erhalten, aus dem er sie nun Millimeter für Millimeter herausschälte. Ob sie im tonhaltigen Schlamm stecken geblieben und dadurch umgekommen war oder ob man sie darin begraben hatte, ließ sich nicht mehr feststellen. Sie war eines von mehreren Objekten, die man an dieser Stelle aus der Erde geholt hatte. Danach hatte sie zwei Jahre im Lager gelegen. Gut geschützt in dem Holzrahmen, mit dessen Hilfe man sie aus ihrer Grube gehoben hatte. Das führte ganz nebenbei dazu, dass ihre Hülle aus Lehm in Ruhe vollständig durchtrocknen konnte. Bevor sie endlich an der Reihe war, um erneut das Licht der Welt zu erblicken. Man versuchte verständlicherweise zuerst die interessantesten Funde zu bearbeiten. Mit Anzeichen wie außerhalb der Norm liegende Gebeine oder für wertvolle Grabbeigaben.
Bei Sally war bislang kein einziges Schmuckstück aufgetaucht. Auch nicht auf der Röntgenaufnahme, die vor Beginn der Arbeiten angefertigt worden war. Diese Folie diente Freddy als eine Art Vorschau, in welcher Haltung sich Sally im Block befand. Das Bild zeigte den Verlauf der großen Knochen und die Lage des Schädels. An Stellen, an denen die Gebeine direkt aufeinanderlagen, ließen sich jedoch kaum alle Einzelheiten ausmachen.
Dass es sich um ein weibliches Exemplar handelte, schien aufgrund des typisch breiten Beckens immerhin festzustehen. Freddy hatte bei den Fußknochen begonnen und sich inzwischen bis zum Schultergürtel hochgearbeitet. Er mochte seine Arbeit und vergab jeweils Namen, sofern die Präparation länger als einen Monat dauerte. Deshalb hieß "die Neue" Sally. Freddy liebte es, wenn er in der Kneipe ernsthaft davon erzählen konnte, wie er zuerst Sallys Knochen ordentlich auslegen musste, um sie in ihrer gesamten Schönheit betrachten zu können. Die ungläubigen Gesichter der Touristen waren den Aufwand meistens wert. Und es war schon vorgekommen, dass einer die Polizei angerufen hatte. Inzwischen rückten die jedoch nicht mehr aus, sondern trieben ihre eigenen groben Späße mit den Fremden.
Sally lag sozusagen auf dem Bauch vor Freddy. Ihr Brustkorb war jedoch zusammengedrückt, die Rippen hatten dem Druck des Erdreichs nicht standhalten können. Die oberste Schicht, mit der Wirbelsäule bis zum Hals, den Schulterblättern und lose im Ton steckenden Rippenteilen hatte er mittlerweile sorgsam entfernt. Alles, was einst Sallys hoffentlich entzückenden Rücken geformt hatte. Nach den Schlüsselbeinen würde er sich ihrer Vorderseite im unteren Teil des Blocks zuwenden. Der Schädel, der praktisch senkrecht nach unten im Ton steckte, würde als letztes größeres Stück übrig bleiben.
Offensichtlich zierte sich Sally und hielt sich die Hände vor der Brust. Das erschloss sich aus der Lage der Armknochen. In ihrem Zustand eine eher sinnfrei anmutende Geste. Sie führte jedoch dazu, dass sich unter dem Brustbein eine knöcherne Ansammlung gebildet hatte, die ihn wochenlang beschäftigen würde. Zeit die er benötigte, um die dicht aufeinanderfolgenden Knöchelchen ihrer Handwurzeln und Fingerglieder unversehrt auseinanderzuklauben.
Freddy hatte sich bei der ersten Betrachtung der Röntgenaufnahme dabei ertappt, dass er im Bereich von Sallys Händen zwei kreisförmige, schwache Schatten zu erkennen glaubte. Natürlich behielt er das für sich. Logisch, dass ihm sein Gehirn, das an dieser Stelle selbstverständlich einen Busen erwartete, gerne einen fiesen Streich spielte.
Die Fantasie ließ sich nicht einfach abschalten. Auch wenn man ernsthaft versuchte, streng wissenschaftlich zu arbeiten.
***

Endlich war es so weit: Freddy legte sorgfältig den letzten der über fünfzig Handknochen Sallys in den Karton, der ihre Gebeine enthielt. Die Schachtel war gerade so lang, dass eine normale Femur, also ein Oberschenkelknochen, darin Platz fand. Für die vielen kleinen Fundstücke wie die Teile der Hände, standen Behältnisse aus Hartpapier mit entsprechender Einteilung zur Verfügung. Noch immer war kein einziges Schmuckstück aufgetaucht. Das ließ darauf schließen, dass Sally doch eher nicht begraben wurde, sondern verunglückte. Vielleicht auf der Flucht in den Sumpf, in finsterer Nacht. Vor damals üblichen Angreifern, die tatsächlich gerne fremde Frauen raubten, um die eigene Sippe mit frischem Blut zu versorgen. Die Abnutzung ihrer Gelenke war nicht besonders ausgeprägt. Also dürfte es sich bei ihr vermutlich sogar um eine junge Schönheit gehandelt haben. Solche Zusammenhänge festzustellen, oblag zwar nicht Freddy. Aber logischerweise verfügte er über langjährige Erfahrung. Die oft mehr Details erkannte, als ein Frischling von der Uni selbst mit aufwendigen Tests herauszufinden vermochte. Allerdings war ihm bisher bei Sallys Präparation kaum Ungewöhnliches aufgefallen. Im Innern der Handflächen hatte ihn zwar eine schwach anders wirkende Zwischenschicht kurz irritiert. Überreste von Handschuhen, war der erste Gedanke gewesen? Unwahrscheinlich. Eine plausible Erklärung dafür war jedoch bald gefunden. Geschützt zwischen Handflächen und Oberkörper dürfte eine Bekleidung aus feinem Leder oder auch Pelz etwas länger überdauert haben als am Rest des Torsos.
Die Unterkante von Sallys Unterkiefer zeichnete sich schon deutlich im Ton ab. Er lag ganz knapp vor den Schlüsselbeinen, die er vor zwei Monaten herauspräpariert hatte. Dies ergab sich aus der Lage des Schädels, der ihr so tief wie möglich auf die Brust gesunken war. Der Schädel war natürlich der interessanteste Teil einer fünftausendjährigen Leiche. Weil die darin steckenden Zähne viel über Lebensweise und Alter einer Person verrieten. Und manchmal, im gut geschützten Innern, sogar eine Chance zur DNA-Bestimmung boten. Und nicht zuletzt, die Möglichkeit einer Gesichtsrekonstruktion, ausgehend von der Form des Schädelknochens.
Freddy hielt sich ran. Es dauerte kaum mehr als eine Stunde, bis er die linke Seite des zarten Unterkiefers freigelegt hatte. Sallys Mund stand leicht offen. Genügend Platz, um mit dem Fräser zwischen die Kauflächen einzustechen. Perfekt! Er grinste zufrieden. Eine massive Zeitersparnis zeichnete sich ab. Zwar hatte er sich gerne mit ihr beschäftigt. Aber irgendwann wurde es auch wieder Zeit für etwas Neues. Freddy wechselte das Werkzeug. Eine gröber gezahnte Scheibe, mit deren Hilfe er den Ton im Rachenraum zügig entfernen konnte. Von unten, durch den Bogen des Unterkiefers. Da war nichts mehr vorhanden, das Schaden nehmen konnte. Durch die Eile löste sich jedoch ein Backenzahn und rollte über Freddys Oberschenkel auf den Boden. Leise fluchend kroch er unter den staubigen Werktisch, um das verlorene Teil einzusammeln. Es fühlte sich schwer an, das fiel ihm gleich auf. Noch auf den Knien betrachtete er den Zahn genauer. Eigentlich nichts Ungewöhnliches zu erkennen. Er wischte den Staub weg. Ein dunkler Fleck erschien auf der Kaufläche. Freddy erstarrte. Sallys Zahn wies eine Füllung auf. Bleigraues Amalgam. Ganz bestimmt keine 5000 Jahre alt.
Freddy fror plötzlich. Sally hatte es irgendwie geschafft, ihn reinzulegen. Er schob sich keuchend zu seinem Schreibtisch. Darauf stand ein altmodisches Telefon. Der Chef würde gleich total ausrasten.
Plötzlich hielt er inne. Welche Blamage für ihn? Und für das gesamte Team.
Bisher wusste sonst niemand Bescheid. Besser erstmal in Ruhe darüber nachdenken. Eigentlich war ohnehin schon längst Feierabend. Sowas konnte man doch nicht Knall auf Fall entscheiden.

Der Autor

Der Autor lebt mit seiner Familie in der Nähe von Bern, Schweiz. Geboren wurde er 1960 im Aargau. Schon als Kind waren ihm Bücher eine überaus wichtige Sache. Damals befürchtete man, dass zu intensives Lesen dem Gehirn schaden könnte. Mutmaßlich aus den gleichen Gründen, wie später das Fernsehen oder schließlich das Gamen der heutigen Jugend Unbehagen auslöst. Die Leidenschaft hielt sich jedoch ungebrochen über die Jahrzehnte, ohne jemals abzuflachen. Mit dem Verfassen von eigenen Kriminalgeschichten begann er, bevor es die Möglichkeit gab diese im Netz zu veröffentlichen. Aus diesen Anfängen ist die Reihe Krügers Fälle entstanden, an der er immer noch Jahr für Jahr weiterschreibt.

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