Narren der Gerechtigkeit - Friede, Freude, Fegefeuer von Harley Kindred | Indie-Autoren Bücher
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Narren der Gerechtigkeit - Friede, Freude, Fegefeuer von Harley Kindred

Narren der Gerechtigkeit - Friede, Freude, Fegefeuer

Details:

Genre: Historische Romane, Fantasy
Format: eBook, Taschenbuch
Seiten: 584
Distributor: Tolino Media
ISBN/ASIN: 978-3754689394
Bewertungen: Bisher noch keine BewertungSchreibe etwas über das Buch

Klappentext:

„Ein Mensch hat mir klargemacht, dass ich mehr bin als meine Schwächen, und dass ich mich weiterentwickeln kann. Und dieser Mensch warst du. Du hast an mich geglaubt, mich ermutigt und mir geholfen, wenn ich gescheitert bin.“

Es kann jeden Tag passieren; von den eigenen Gefühlen und Gedanken überrollt, werden die Sinne und die Sicht eines Menschen getrübt. Oft braucht es ein wenig Abstand, um den Blick auf die Ereignisse wieder zu schärfen und sich in die Situation des Gegenübers hineinzuversetzen.

Die Multiperspektive Heptalogie „Narren der Gerechtigkeit“ erzählt in sieben Bänden von einer englischen, mittelalterlichen Legende, die aus der Perspektive von Nebenrollen geschrieben sind.

„Friede, Freude, Fegefeuer“ handelt von dem Müllerssohn Much, der die Welt auf seine eigene verträumte und neugierige Weise betrachtet. Mit offenem Herzen, tiefen Mitgefühl und einer Menge Fantasie schlendert er friedvoll durchs Leben. Voller Optimismus und Freude stürzt er sich mit seinen treuen Begleitern Oscar und Bucky von einer Gefahr in die nächste. Während der Geschichte reift der naive, kleine Jungspund zu einem Erwachsenen heran, der sich nach dem Respekt seiner Gefährten sehnt und ernst genommen werden will. Auf seinen Reisen begegnet er vielen Helfer: Rabastan, der mysteriöse Tierfänger von Wakefield, der Förster Ingelgram, der Kesselflicker Hardin, die liebliche Schäferin Clorinda und nicht zuletzt die geschickten Akrobaten aus der Ferne; Waliyah, Amrou und Zarif. Doch nicht alle Menschen teilen seinen Frohsinn und würden seinesgleichen lieber im Fegefeuer brennen sehen.

Inhalt:

„Ach, jetzt verstehe ich!“, schrieb mir eine Beta-Leserin, als die Szene am Steg dieses Mal aus der Sicht einer anderen Figur gelesen hatte. Oft starren wir auf eine Situation oder ein Problem und sehen „den Wald vor lauter Bäumen nicht“. Ein Perspektivenwechsel hilft uns, nicht nur Empathie und Mitgefühl für andere Menschen zu entwickeln, sondern auch neue Handlungsmöglichkeiten für uns selbst zu entdecken, die wir vorher in unserer eingeschränkten Sicht nicht sehen konnten.
Darum soll es in der Heptalogie „Narren der Gerechtigkeit“ gehen.

Jeder Band ist dabei so einzigartig wie der Protagonist, aus dessen Sicht die Geschichte dargestellt wird. „Friede, Freude, Fegefeuer“ ist sehr fantasievoll und verträumt geworden, weil der Protagonist Much ein Tagträumer ist, der mit seinen Freunden die Welt um sie herum spielerisch entdeckt.

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Leseprobe

Der Wind rauschte leise in den letzten Blättern der Bäume. Dadurch fiel eine Ahornfrucht sanft herab und landete vor einem Jungen auf dem trockenen Boden. Es war Much, der Müllerssohn, der den Nasenzwicker aufhob und in seinen Händen betrachtete.
„Seht mal! Eine Hexennase!“, rief er seinen beiden Freunden Bucky und Oscar zu und setzte die Frucht auf seine Nase. Er nahm seinen langen Stab – den er einmal gefunden hatte und seitdem immer dabei hatte – und klemmte sich diesen zwischen die Beine, genauso wie es die Hexen in all den Geschichten der Barden mit ihrem fliegenden Besen taten. Am Liebsten hätte er sich jetzt hinauf zum Himmel erhoben und wäre mit den Amseln um die Wette geflogen. Doch der ältere Bucky legte ihm eine Hand auf die Schulter und holte ihn mit dieser Geste in die Realität zurück.
„Hör bitte auf zu spielen, Much, gleich wird es ernst“, flüsterte Bucky und dabei klang der nur ein wenig ältere Junge fast wie ein Erwachsener. Er deutete zum Ende des Weges. Dort lag ein großer Bauernhof, vor dem ein beladener Karren stand. „Du weißt doch, wir dürfen nicht mit leeren Händen zurückkehren, sonst müssen wir heute ohne Essen schlafen gehen.“ Einerseits wusste Much, dass sein Freund recht hatte, denn sie waren geächtet und mussten stehlen, um über die Runden zu kommen. Andererseits bereitete es ihm Bauchschmerzen, wenn er nur daran dachte, jemandem etwas wegzunehmen.
„Können wir nicht doch nach Pilzen suchen?“
Bucky seufzte. „Leider nicht. Eldred meinte, die letzten Tage war es zu trocken für Pilze. Ich will ja auch nicht stehlen, aber einen weiteren Tag ohne Nahrung halte ich nicht aus.“
„Lasst uns doch nach Beeren suchen.“
„Much …“
„Sonst haben wir auch immer irgendwas im Wald gefunden und dieses Mal wird es nicht anders sein. Die Tiere mopsen einander auch nicht das Essen weg. Oder hast du mal einen Hasen gesehen, der einem Dachs die Würmer gestohlen hat? Ich jedenfalls nicht. Kommt, kehren wir um und dann wird uns was Besseres einfallen.“ Neben ihm malte das jüngste Bandenmitglied, der kleine Oscar, mit dem Fuß in den staubigen Boden. „Was meinst du dazu, Oscar?“ Much wusste, dass der Junge ihm nicht antworten würde. Seit dem Überfall auf ihr geliebtes Dorf hatte Oscar kein Wort mehr gesagt. Dennoch versuchte Much ihn immer wieder zum Reden zu motivieren. Aber auch dieses Mal runzelte Oscar nur die Stirn, hob die Schultern und ließ sie wieder sinken.
„Weißt du, ich würde auch viel lieber mit euch spielen. Doch denk mal daran, wie John reagieren wird, wenn wir es nicht tun. Noch einen Tag ohne eine Mahlzeit und er wird fuchsteufelswild!“
In Muchs Innerem baute sich das Bild eines riesigen Mannes auf, der vor Wut ganz rot im Gesicht wurde und aus dessen Ohren Dampf trat. Er stellte sich vor, wie ihn der kräftige Mann packte und im hohen Bogen aus dem Barnsdale Forest warf. Much wurde ganz blass um die Nase, denn er wollte John nicht wütend machen.
„Willst du das?“, fragte Bucky nach.
Ohne zu zögern, schüttelte Much den Kopf. „Nein, das will ich nicht.“
„Dann lass es uns schnell hinter uns bringen. Wir werden ja nicht alles mitnehmen, sondern nur so viel, wie wir benötigen.“
Leise raschelte das vertrocknete Laub unter ihren Füßen, als sie näher an den Hof des Bauern heranschlichen. Neben der Scheune gingen sie hinter einigen Kisten in Deckung. Von dort aus spähten sie zu dem Karren, vor dem ein Esel gespannt war und auf dessen Ladefläche einige Säcke und Kisten standen. Bucky schaute aus der Deckung hervor und sah nach links und rechts, ehe er hektisch den beiden Jüngeren zuwinkte. Rasch verließen sie ihr Versteck, eilten zum Karren und ergriffen wahllos jeweils einen Sack, der in Reichweite lag. Noch immer war der Bauer nicht zu sehen. Dennoch spürte Much ein starkes Ziehen in seinem Magen. Mit der Beute in den Händen rannten sie zum Wald zurück. Doch bevor sie auch nur einen Fuß in die Schatten der Bäume setzen konnten, blieb Bucky so abrupt stehen, dass Much und Oscar in ihn hineinliefen. Dabei rutschten den beiden die Säcke aus den Händen und fielen zu Boden. Die Schlaufen öffneten sich, sodass die Kohlköpfe und Pastinaken in den Morast kullerten.
„So ein Schlamassel!“, jammerte Much, bückte sich und begann das Gemüse einzusammeln.
„Ähm, Much?“
„Die müssen wir im Fluss waschen. Aber ich glaube, das hätten wir sowieso! Auch wenn ja bekanntlich Dreck den Magen säubert, würde John nicht wollen, dass das Essen so schmutzig …“
„Much!“
Nach dem auffordernden Rufen seines Freundes blickte er auf und erst jetzt erkannte er, wieso Bucky so plötzlich stehen geblieben war: Jemand hatte sich ihnen in den Weg gestellt und bedrohte die Jungen mit Pfeil und Bogen. Erschrocken richtete sich Much auf und hob sogleich seine Hände hoch, wie es Bucky und Oscar bereits taten. „Wir sind unbewaffnet!“
„Das sieht er doch.“ Bucky räusperte sich, um das Gespräch zu übernehmen.
Allerdings kam ihm der ängstliche Much zuvor: „Bitte tut uns nichts! Wir hatten Hunger, aber nichts zu essen! Bitte schießt nicht auf uns! Wir sind noch Kinder!“ Die Worte polterten nur so aus ihm heraus, während sein Körper wie angewurzelt dastand und gleichzeitig wie Espenlaub zitterte. Er kam nicht drumherum, sein Gegenüber anzustarren. ‚Was hat er da im Gesicht? Ist das Dreck? Und diese Kapuze und die grünen Gewänder verbergen ihn. Er ist bestimmt ein Räuber, der uns die Beute wegnehmen will! Dann ist ihm auch egal, ob wir Kinder sind oder nicht. Warum sagt er denn nichts?‘
„Ich töte nur, wenn es unbedingt sein muss.“
‚Hmm, die Stimme des Räubers klingt irgendwie verkrampft.‘
Bevor Much etwas sagen konnte, ergriff Bucky das Wort: „Wenn Ihr uns nicht töten wollt, verratet uns doch bitte, wer Ihr seid und was Ihr von uns wollt.“
Ängstlich kniff Much die Augen zu. War es wirklich klug, einen bewaffneten Menschen so auszufragen? John hätte ihm dafür sicherlich eine Kopfnuss verpasst.
„Wer ich bin, tut nichts zur Sache. Ich bin hier, um euch an das Wort Gottes zu erinnern: Du sollst nicht stehlen.“
‚Ein religiöser Räuber?‘, fragte sich Much. Auch ohne den Glauben an einen Gott wusste er, dass es nicht gerecht war, anderen etwas wegzunehmen. Dennoch faszinierte es ihn, zu sehen, wie jemand so vehement diese Werte verteidigte.
„Das wollten wir auch nicht!“, antwortete Bucky und Much fügte schnell hinzu: „Ehrlich nicht!“
„Dann bringt die Säcke zurück. Das oder ihr müsst den Bauern anders entschädigen.“
Fragend runzelte Much die Stirn. „Ent- was?“
„Der Bauer hat das ganze Jahr für seine Ernte schwer geschuftet. Wenn ihr ihm die Früchte seiner Arbeit wegnehmt, schadet ihr ihm. Also müsst ihr ihm dafür etwas anderes geben, ihn bezahlen oder etwas für ihn tun, sodass dieser Schaden wiedergutgemacht wird.“
Much konnte diese Sichtweise nachvollziehen. ‚Eigentlich ist er kein schlechter Mensch. Bestimmt ist er auch gar kein Räuber, sondern ein Mann, der die armen Bauern beschützt. Also ein Held!‘
Doch Bucky schüttelte den Kopf. „Wisst Ihr, wir haben nichts, was wir ihm geben könnten und … und ohne das Essen müssen wir hungern!“ Noch nie zuvor hatte Much miterlebt, wie Bucky den Ton gegenüber einem Erwachsenen hob. Vermutlich war es der Frust oder der Hunger, der aus ihm sprach.
‚Ich habe von Anfang an gewusst, dass es eine schlechte Idee ist‘, dachte Much, unterdrückte jedoch diese Gedanken, als ihm beim Anblick der bedrohlichen Pfeilspitze etwas einfiel: „Mein guter Herr, wenn Ihr uns beibringt, wie man mit Pfeil und Bogen schießt, können wir selbst auf die Jagd gehen und müssen niemandem mehr etwas wegnehmen. Dann müsst Ihr zumindest uns nicht mehr davon abhalten, Gemüse vom Bauern zu stehlen. Was sagt Ihr dazu?“ Hoffnungsvoll blickten die Jungen auf.
„Ich verstehe die Absicht hinter der Bitte. Doch kann ich sie euch leider nicht gewähren.“ Die Jungen seufzten und ließen enttäuscht die Schultern hängen. „So hört meinen Gegenvorschlag: Ihr bringt die Säcke zurück und ich jage euch ein paar Kaninchen.“
„Das ist sehr großzügig von Euch.“ Lächelnd deutete Much eine Verbeugung an. Er sprach absichtlich so gehoben, denn von dem alten Eldred wusste er, wie wichtig Respekt und Höflichkeit für die Erwachsenen waren.
„Aber es wird nur heute satt machen. Was ist mit morgen, übermorgen?“, fragte Bucky.
„Mehr kann ich heute nicht für euch tun.“

Die Autorin

Mein Name ist Harley und ich wurde im Jahr 1986 geboren. Ich lebe mit meiner Familie sowie meiner Katze in einer ländlichen Gegend. Als Naturmensch habe ich schon immer die Nähe zum Wald dem Leben in der Stadt bevorzugt.

Seit der Grundschule schreibe ich Geschichten, aber ich habe mich nie getraut, sie jemanden zu zeigen. Meine Familie hat mich dazu ermutigt, meine Heptalogie Band für Band zu veröffentlichen. Bereits als Kind war ich davon fasziniert, wie unterschiedlich die Menschen ein und dieselbe Situation wahrnehmen können. Darum ist es mir wichtig, die Legende jeweils aus den Perspektiven verschiedener Charaktere in weiteren Bänden zu beschreiben.

In meiner Freizeit gehe auf Mittelaltermärkte, verkleide mich, mache LARP und betreibe Bogensport. Meine Hobbys und mein großes Interesse an Legenden und Mythen inspirierten zum Schreiben.

Nicht nur als Narr versuche ich stets gute Laune zu verbreiten und andere zum Lachen zu bringen. Dabei begeistere ich mich nicht nur für Schabernack und Albernheiten, sondern liebe das Leben in allen Farben und Formen.

Ach ja: ich bevorzuge keine Pronomen. Danke.

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