Stimme der Meere von Anna Kleve

Stimme der Meere

Details:

Genre:Fantasy
Format:eBook
Seiten:68
ISBN/ASIN:B07MMSNQ5V

Klappentext:

Verletzt, verwirrt und ohne Gedächtnis: So strandet ein junger Mann auf einer abgelegenen Insel.

Auf dieser lebt eine besondere Gruppe von Gestaltwandlern, zu denen Dain, der jüngste Sohn des Rudelführers, gehört. Er ist es, der den Fremden in diese Gemeinschaft aufnimmt. Ohne ein Schiff in der Nähe wird er für einen gestrandeten Meereswandler gehalten, ohne sich wandeln zu können.

Unbeholfen bemüht sich Si, wie Dain ihn nennt, mit den fremden Sitten der Insel zurechtzukommen. Ihre gemeinsame Zeit, die Liebe zum Meer und zum Gesang, bringen beide einander näher.

Doch dann erscheinen weitere Fremde auf der abgelegenen Insel und Sis Gedächtnis kehrt zurück.

In der Erkenntnis, dass sie es sind, vor denen er an Land flüchtete und dass nun nicht nur seine Liebe zu Dain, sondern auch sein eigenes Volk in Gefahr ist, stielt er das Heiligtum der Wandler und flüchtet zurück ins Meer. In seine Heimat, eine Welt aus den Legenden.

Doch hat die Liebe nach seinem Verrat noch eine Chance?

Inhalt:

Gay, Flossen und Meer!

Du liebst das Meer? Du möchtest in eine mythische Welt aus den Legenden eintauchen? Du möchtest der Stimme der Meere folgen?

Verletzungen! Verwirrung! Gedächtnisverlust!
Eine Welt, in der ein legendäres Wesen nicht leicht zurechtkommt.
Magische Kräfte! Ungewöhnliche Verwandlungen!
Eine Liebe zwischen zwei Welten, Legenden, Verrat und magischen Konflikten.

Leseprobe

1. Jaelas - Flucht

Es hatte nichts mit einem Sturm gemein. Rein gar nichts. So viel stand fest!
Mir war, als könne das Wasser meine Flosse beinahe zerreißen und schwach war ich wirklich nicht.
Ein Flossenschlag konnte Boote aus dem Gleichgewicht bringen. Um ehrlich zu sein: Hätte es können, wenn es nötig gewesen wäre.
Für meinen Urgroßvater war das noch normal. Zum Glück war es für uns längst nicht mehr von Nöten.
Von der Seite traf mich ein neuer gebündelter Wasserstrahl und ich schrie auf. Es fühlte sich an, als würde mir ein Großteil der Schuppen von der Flosse gesprengt.
Hektisch schnappte ich nach Luft, spürte, wie sich die Kiemen regelrecht aufblähten.
Ich drehte mich, sammelte meine verbliebenen Kräfte und da war wie ein Wassertentakel.
Zu schnell zum Reagieren.
Dann war auf einmal ein Körper dazwischen.
Mama!
Mein verzweifelter Schrei wurde vom immer wilder tosenden Wasser beinahe verschluckt.
Die Tränen, die aus meinen Augen strömten, konnte an diesem Ort keiner sehen.
Eine Hand schloss sich um mein Handgelenk und ich wurde mitgerissen. Der Schmerz in meinem Körper war zu stark, um mich wirklich zu wehren.
Mehrmals musste ich blinzeln, um überhaupt etwas erkennen zu können und wer mich da mit sich durch die wilden, vollkommen unnatürlichen Wasserströme riss.
Nera, meine Schwester!
Ihr dunkles Haar verbarg ihre Züge, so schnell wie sie schwamm, aber die Muster auf ihrer Haut und ihrer Flosse waren unverkennbar, einzigartig.
Mit einem Ruck stoppte sie und ich wurde durchgeschüttelt.
Mein Atem war unruhig und die Kiemen rasselten.
Tiefgrüne Augen blickten mit fest an.
„Schwimm, schwimm, so schnell und so weit du kannst“, erklang ihre Stimme ernst und beschwörend. „Ich tue dasselbe. Aber jeder von uns schwimmt alleine. Ohne Begleitung ist jeder von uns schneller.“
Entsetzt starrte ich sie an. Erwartete sie wirklich, dass ich alle in diesem Chaos und Blutvergießen zurückließ?
„Wir können nichts mehr tun, wenn sie uns kriegen“, beschwor Nera mich weiter. „Wir müssen jetzt klug handeln.“
Der Gedanke einfach zu fliehen schnürte mir die Luft ab, aber ich wusste, dass sie vermutlich recht hatte. So wie es meistens war. Meine Schwester hatte fast immer recht.
Widerstrebend nickte ich und ihr Griff löste sich.
Unsere Blicke trafen sich und obwohl ich ihre Tränen nicht sehen konnte, bemerkte ich doch das Schimmern ihrer Augen. Es verriet mir, dass sie diese Sache nicht weniger mitnahm, als mich.
Der Impuls sie zu umarmen war plötzlich sehr stark, aber ehe ich ihm nachgeben konnte, hatte sie sich umgedreht und war davongeschwommen.
Für einen Augenblick streckte ich die Hand nach ihr aus, bevor ich den Kopf schüttelte und widerwillig in die entgegengesetzte Richtung davon schwamm.

Jeder Flossenschlag und jede andere Regung waren Schmerz pur. Als würde meine Schuppen splittern und abplatzen oder meine Haut wundgescheuert und an Korallen aufgerissen.
Dennoch stoppte ich keine einzige Sekunde, denn ich musste so schnell wie möglich so viel Abstand wie es ging zwischen mich und die anderen bringen.
Gelegentlich warf ich einen Blick zurück in Richtung Heimatriff, zwang mich dann jedoch meine Route fortzusetzen.
Um nicht vom Schmerz übermannt zu werden, musste ich denken, egal wie grausam es auch war.
Woher hatten sie diese Kräfte? Es war düster, gefährlich und unnatürlich. Das hatte ich sofort gemerkt. Nur, um dagegen anzukommen, hatte es nicht geholfen.
Sofort verdrängte ich das wieder, denn es ließ erneut die Tränen kommen.
Stattdessen konzentrierte ich mich darauf, was ich nun tun sollte. Immer weiter schwimmen? Wo würde das hinführen? So würde ich nichts ändern können.
Irgendwann veränderte sich die Strömung. Ohne meine Kräfte hätte ich es wohl nicht gespürt, aber so bemerkte ich den minimalen Unterschied fast sofort.
Das durfte nicht sein. Sie konnten mir doch nicht so weit gefolgt sein.
Panisch sah ich mich um. Ergebnislos, aber dieses Gefühl nahm nicht ab, wurde sogar stärker.
Ich musste sie nicht sehen, um zu wissen, dass sie in der Nähe waren. Vielleicht tarnten sie sich irgendwie. Von dieser Art Magie verstand ich so gar nichts.
Von Angst getrieben schwamm ich höher und immer höher, fühlte den Druck des Wassers schwächer werden, je näher ich der Oberfläche kam. Nur selten war ich aus den Tiefen aufgestiegen.
Niemals hatte ich das Bedürfnis gehabt das Meer, meine Heimat zu verlassen.
In den Legenden gab es einzelne von uns, die unbedingt diese fremde, trockene Welt kennen lernen wollten. Manche wollten sogar in ihr Leben oder verliebten sich in eines der Wesen dieser Orte. Nichts, was ich jemals nachvollziehen konnte.
Aber womöglich würden sie sich nicht trauen mir zu folgen. Es gab genug, die es nicht wagten, bis zur Oberfläche zu schwimmen.
Mit einem seltsamen Gefühl in der Magengegend streckte ich schließlich den Kopf aus dem Wasser. Es war wirklich merkwürdig. Da war etwas, das an meinen Haaren zog. Es fühlte sich ähnlich an, wie eine Strömung und doch ganz anders.
Mein Mund verzog sich, als ich eine Haarsträhne aus der Stirn zog. Sie klebte so irritierend an meiner Haut.
Erneut traf mich die Magie, die sich so absolut unnatürlich anfühlte.
Das konnte doch nicht sein. Gaben die nie auf? War das vielleicht ein Suchzauber?
Angespannt und nach einer Lösung suchend sah ich mich um.
Mein Blick blieb an einer Insel hängen. Felsen, Klippen, ein Ufer.
Ich sah ins Meer hinab und wieder zurück.
Der Gedanke war da, aber ich wollte das nicht. Mir war zwar bewusst, dass ich diese seltene Gabe besaß, aber ich hatte sie nie haben oder einsetzen wollen. Dass ich es konnte, wusste ich selbst nur durch Zufall.
Nera hatte mich einmal dazu überredet mit ihr und ihren Freundinnen zu einer Felsformation mitzukommen, die aus dem Meer ragte. Beim Setzen auf das Gestein war es dann passiert.
Es hatte mich so schockiert, dass ich nie wieder mitgekommen war. Zumal ich das alles ohnehin viel zu fremd und eigenartig fand. Diese Welt außerhalb des Meeres.
Wieder fühlte ich die Magie. Näher, Intensiver.
Und ich sah erneut zur Insel.
Ich hatte wohl keine Wahl.
Unwillig schwamm ich auf den Strand zu, spürte den Schmerz, wenn die Wellen meinen Körper trafen.
Noch einmal warf ich einen Blick zurück aufs Meer, ehe ich mich aus dem Wasser auf den kiesigen Strand zog.
Meine Gabe erwachte und die Verwandlung gab mir den Rest. Die Welt versank in Nebel und Dunkelheit.

Die Autorin

Aufgewachsen im Bergischen Land hat Anna Kleve schon früh ihre Liebe zu Büchern entdeckt. Kein Wunder, da eine Wand ihres Kinderzimmers mit einem großen Bücherregal vollgestellt war, in dem alle Bücher aufbewahrt wurden. Dies brachte sie irgendwann in den Bereich Fantasy, in dem sie heute hauptsächlich im Subgenre Gay-Fantasy schreibt. Ihre Romane schreibt sie dabei mit einem Schuss an Spannung, gestaltwandlerischen bis magischen Abenteuern und einer gehörigen Portion Romantik. Gelegentlich stattet sie auch der Romantasy einen Besuch ab. Neben ihrer Freude Leinwände farbig zu verschönern und zu gestalten, schreibt Anna auch gerne Fantasy für die kleineren Leser. Dazu sagt sie auch: Fantasie ist wie ein Schmetterling, hauchzart und kann in alle möglichen Richtungen fliegen.

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