Der Wanderer, das Mädchen und der Sternensee von Johannes Haigis

Der Wanderer, das Mädchen und der Sternensee

Details:

Genre:Fantasy, Liebesromane
Format:Taschenbuch, eBook
Seiten:101
Distributor:Amazon KDP
ISBN/ASIN:978-1692913342

Klappentext:

Die Abenteuer des Hergrim, Band 1

Ein eisiger Winter hält das Land um die Stadt Nernburg fest im Griff. Der einsame Wanderer Hergrim trifft auf der Suche nach guten Geschichten einen alten Mann, welcher ihm die alte Volkssage um das rätselhafte Mädchen Igrete und ihr trauriges Schicksal erzählt. Gebannt lauscht er der Geschichte des Alten, ohne zu wissen, dass er selbst bald Teil dieser Geschichte sein wird.

Die erste Kurzgeschichte über die Abenteuer des geheimnisvollen Wanderers Hergrim handelt von Liebe und Verrat und der Hoffnung auf eine bessere Welt ohne Hass und Vorurteile.

Inhalt:

Bereits seit Längerem formte sich in meiner Vorstellung eine eigene kleine Welt. Doch fehlte mir der richtige Zugang zu dieser und ich verwarf den Gedanken an einen Roman.

Mit dem Wanderer Hergrim, dem alten Geschichtenerzähler, fand ich jedoch eine Figur, welche sich in dieser Welt ungezwungen bewegen konnte und die dabei viele Geschichten und Abenteuer erleben und erzählen konnte.

Beinahe zur selben Zeit dachte ich das erste Mal über die Geschichte des Mädchens Igrete und dem Sternensee nach. Schnell wurde mir klar, dass ich diese dem Wanderer nicht vorenthalten mochte. So entstand schließlich meine erste Kurzgeschichte.

In dieser stößt der Wanderer und Geschichtenerzähler Hergrim auf die alte Sage um das Mädchen Igrete. Sie verliebt sich in den dunkelhäutigen Malik und möchte mit ihm zusammen die Welt bereisen. Doch dabei haben sie mit den Vorurteilen ihrer Zeit zu kämpfen und das Schicksal hält nichts Gutes bereit. Selbst der Wanderer wird am Ende Teil dieser tragischen Geschichte.

Diese erste Kurzgeschichte soll nur der Anfang vieler weiterer sein. Ich möchte diese kleine Welt mit Leben und Legenden füllen und würde euch sehr gerne auf diese Reise mitnehmen.

Ich wünsche euch viel Spaß mit dem ersten Abenteuer des Wanderers Hergrim.

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Leseprobe

Der Wanderer

Hergrim schluckte den letzten Rest Met herunter und schaute müde auf das aufgeklappte Buch vor ihm. Mit der Ausbeute des heutigen Tages war er definitiv zufrieden und so klappte er es zu und schob es in seinen ledernen Beutel, welchen er stets bei sich trug. Er hob seinen Kopf und blickte sich in der Gaststube um.
Außer ihm waren nur noch einige wenige Gäste hier und vertrieben sich die Zeit mit Würfelspielen oder einem ordentlichen Humpen Starkbier. Der Wirt hinter der Theke schaute dem Treiben gelangweilt zu und schrubbte währenddessen die leeren Becher und Teller des heutigen Abends. Da es bereits nach Mitternacht war, beschloss Hergrim sich in sein Zimmer zurückzuziehen. Einige Silberlinge klimperten auf den Tisch und der Wirt nickte ihm dankbar zu. Den Beutel geschultert ging Hergrim zur Tür und hinaus in die Nacht.
Kalter Wind blies ihm entgegen und er zog seinen Fellmantel enger. Der Winter hatte das Land fest im Griff und der Schnee fiel seit Tagen ohne Unterlass. Der Himmel war Wolken verhangen und nur hier und dort blitze ein Stern aus dem endlosen Dunkel hervor. Vom Gasthaus führte die Straße zwischen eng stehenden Häuserreihen zum Marktplatz hinunter. Einige wenige Fenster waren noch vom Schein einer Kerze erhellt, doch der Großteil der Stadt lag in Dunkelheit. Hergrim beschleunigte seinen Schritt, um nicht zu lange in dieser beißenden Kälte verbringen zu müssen. Hinter dem Marktplatz wandte er sich gen Westen und kam so ins Viertel der Händler, in dem er ein Quartier besaß.
Das Haus war mehrere Stockwerke hoch und etwas schief geraten. Das Dach war mit roten Schindeln gedeckt, die unter einer dicken Schicht Schnee verborgen lagen.
„Wenn es weiter so schneit, werden die Balken das Dach nicht mehr lange tragen“, sagte Hergrim zu sich und betrat den Flur im Erdgeschoss. Einige Zimmer lagen zur Linken, doch er hörte keinen Laut. Die meisten Bewohner des Hauses waren Händler und Kaufleute, welche bereits früh des Morgens ihrer Arbeit nachgehen mussten. Er stieg die Treppe am Ende des Ganges empor und suchte in seiner Tasche nach dem Schlüssel. Plötzlich stieß er beinahe mit jemandem zusammen.
„Oh Hergrim verzeih, ich hatte dich nicht kommen sehen.“
Edril, der Sohn der Hausherrin, senkte kurz den Kopf, huschte dann jedoch an Hergrim vorbei und die Treppe hinunter.
„Noch einmal so jung sein“, dachte sich Hergrim und ging zu seiner Zimmertüre. Der Schlüssel drehte sich behäbig im Schloss und öffnete schließlich die Tür.
Sein Quartier bestand aus einem kleinen Raum mit einem Fenster. Der starke Wind hatte etwas Schnee durch die Ritzen der Fensterläden gedrückt und zu seinem Bedauern lag dieser nun vor seinem Bett in der hintersten Ecke des Raumes. Er ging zu seinem kleinen Kamin an der gegenüberliegenden Seite des Raumes hinüber und versuchte, ein warmes Feuer zu entzünden. Sein Atem stieg vor ihm empor und auch sein dichter Bart war bereits über und über mit glitzernden Kristallen bedeckt.
„Verflucht, wo ist ein Zwerg, wenn man ihn braucht“, grummelte Hergrim nach mehreren gescheiterten Versuchen, das Holz zu entzünden. Die Scheite waren feucht geworden und die kleine Flamme seines Streichholzes vermochte nicht sie zum Brennen zu bringen. Er war kurz davor aufzugeben, als ihm das Geschenk einfiel, welches er einige Wochen zuvor bekommen hatte. Seine Hand wanderte zu seinem Beutel und suchte die kleine silberne Box. Ein Händler aus dem fernen Westen, jenseits des Thalon, hatte sie ihm im Tausch gegen einige gute Geschichten gegeben.
Die Box war etwas kleiner als seine Hand und mit merkwürdigen Schnitzereien verziert. Ein seltsames Tier, das entfernt an eine Mischung aus Schlange und Adler erinnerte, prangte auf der Seite. Aus dem geöffneten Maul des Tieres loderten Flammen. Der Wanderer hatte ihm gesagt, es würde ihm in kalten Nächten Wärme und Licht spenden.
„Das Licht der Alten“, so hatte er es genannt. Hergrim betätigte den kleinen Hebel an der Seite und ließ die Box sogleich überrascht fallen. Ein Spalt hatte sich geöffnet und ein gelbes Licht schien daraus. Es breitete sich im gesamten Zimmer aus und tauchte es in einen orangefarbenen Schimmer. Wärme entströmte diesem Licht und das Leben kehrte in seine kalten Glieder zurück.

Voller Ehrfurcht blickte Hergrim auf die kleine Box. Er hatte bereits viele rätselhafte Dinge auf seinen Reisen gesehen, doch dies war auch für ihn etwas Neues. Er begann sich zu entkleiden und legte sich anschließend in sein nun wohlig warmes Bett. Müde wie er war, fielen im schnell die Augen zu und er versank in einem traumlosen Schlaf.

Das Licht des neuen Tages weckte ihn viel zu früh und der Versuch, erneut einzuschlafen, scheiterte. So stieg er aus dem Bett und suchte seine Kleidung zusammen. Die kleine silberne Box musste sich im Laufe der Nacht geschlossen haben, denn sie lag nun ungeöffnet vor dem Kamin.
Er ging zu dem kleinen Tisch neben der Tür, auf dem ein alter Spiegel und eine Waschschüssel stand. Vorsichtig tauchte er seine Hände hinein. Das Wasser war angenehm warm und so wusch er sich das Gesicht und den Oberkörper.
Hergrim war von durchschnittlicher Größe. Er war weder dick noch dürr und so mancher würde ihn als athletisch bezeichnen. Sein Gesicht war schmal und die hohe Stirn ließ ihn oftmals streng wirken. Sein graues Haar war zu einem Zopf nach hinten gebunden und der Bart reichte bis knapp unter das Kinn. Tiefe Furchen durchzogen das Gesicht und zeugten von vielen Wintern, die Hergrim bereits auf dieser Welt weilte. Unter seinen dicken Augenbrauen lagen tiefbraune Augen, deren schneidender Blick schon so manchen Raufbold in die Flucht geschlagen hatte. Doch so streng und hart seine Erscheinung auch sein mochte, Hergrim besaß ein unendlich tiefes Gespür für Güte und Gerechtigkeit. Solche Gaben finden sich in diesen Landen heute nur noch selten und er hatte schon so manche Schrecken gesehen, welche ihn an dieser Welt zweifeln ließen.
Nachdem er sich angekleidet hatte, steckte er die kleine Box in seinen Beutel und verließ das Haus.
Im Gegensatz zu den leeren Straßen der Nacht, wimmelte es nun nur so von Menschen. Eine Gruppe von Frauen stritt sich, um ein besonders schönes Stück Stoff. Dem bangen Blick des Händlers zu urteilen, fürchtete dieser, es würde zwischen den Frauen zerrissen werden. Hergrim lächelte und bahnte sich einen Weg zwischen den Menschen, um zum Marktplatz zu gelangen. Dort hatten die Händler bereits am frühen Morgen ihre Stände aufgebaut und boten ihre Waren an.
Der eine, verkaufte Gewürze aus den südlichen Landen jenseits der Meerenge, der andere Keramik aus Weißenfels. Die Menschen drängten sich dicht um die Stände und feilschten und keiften ohne Unterlass. Er beobachtete das Treiben eine Weile, bis sich sein Magen mit einem tiefen Grollen meldete und ihn daran erinnerte, etwas zu frühstücken. So ging er erneut in die Gaststube „Zur rostigen Gabel“. Trotz des eher wenig einladenden Namens war das Essen hier gut und reichlich.
Hergrim betrat die Stube und setzte sich an einen Tisch nahe dem Kamin. Sogleich eilte eine Magd zu ihm und fragte nach seinen Wünschen.
„Bring mir doch ein gekochtes Ei mit Brot und etwas Schinken. Dazu Met mein Kind.“
Die Magd nickte und verschwand in Richtung Küche. Hergrim zog die kleine Box aus seinem Lederbeutel und betrachtete sie vorsichtig von allen Seiten. Sie war so unscheinbar und doch in der Lage, solche Wunder zu bewirken. Es musste Magie im Spiel sein, dessen war er sich sicher.
Die Magd riss ihn aus seinen Gedanken und er machte sich gierig über das gebrachte Essen her. Die letzten Bissen spülte er mit dem Met hinunter und lehnte sich dann zufrieden in seinem Stuhl zurück. Er war versucht für einen kurzen Moment die Augen zu schließen, als sich ein Mann an seinen Tisch setzte.

Der Autor

Johannes Haigis, geboren 1994 in Stuttgart, begeisterte sich bereits früh für Fantasy und Science-Fiction Romane. Während der Schulzeit versuchte er sich an eigenen Geschichten und Romanen, gab dieses Vorhaben jedoch wieder auf. Gegen Ende seines Studiums der Biologie wagte er einen erneuten Versuch und veröffentlichte seine erste Kurzgeschichte.

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