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Meddjn: Tagebuch einer Magierin von Selena M.

Meddjn: Tagebuch einer Magierin von Selena M.

Details:

Genre: Fantasy, Jugendbücher
Format: Taschenbuch, eBook
Seiten: 490
Verlag: Eigenverlag
ISBN/ASIN: 978-1520372402

Inhalt:

Es ist die Geschichte von Meddjn, einer jungen Lichtgestalterin von dem Zwergplaneten Áneth. Mehr als hundert Jahre sind vergangen, seit die Raumwanderin mit Meddjns Onkel Noál in die andere Welt ging und sie zurückließ. In dieser Zeit lernte das Mädchen bei der Magierin Melhanea alles, was für das weitere Schicksal Keshenjas unumgänglich war. Die Zeit drängte, da Melhanea des langen Lebens überdrüssig, der jungen Lichtgestalterin gerade einmal das Notwendigste beibrachte, um große Zauber zu meistern und sich Hilfe aus der Welt der Raumwanderer holen zu können. Nur zwei Jahre nach dem Ableben der Meistermagierin steht Meddjn vor ihrer größten Herausforderung. Eine Blutmagierin treibt in den südlichen Gefilden ihr Unwesen und strebt nach Macht und Unterdrückung aller freien Völker. Die Situation scheint aussichtslos, und nur mit Hilfe einiger Gefährten macht sich die junge Magierin auf in den Süden, um ihrer Gegnerin die Stirn zu bieten. Ein Abenteuer beginnt, in der Magie und Fähigkeiten ebenso gefordert werden, wie die Freundschaft und Liebe, die sich unter den unterschiedlichen Gefährten zu entwickeln beginnt.

Mit Meddjn, Tagebuch einer Magierin, entstand ein Fortsetzungsroman von "Der Raumwanderin", der in diesem Fall von Meddjn erzählt wird. Doch im Gegensatz zu Noál, dessen Ausdruck immer etwas verträumt wirkt, berichtet Meddjn über ihr Abenteuer in einem etwas lebhafteren Stil, was ihrem jüngeren Alter entspricht. Aus dem wissbegierigen, fröhlichen Mädchen ist eine junge, ernsthafte Frau geworden, deren Ausbildung zur Magierin in zu kurzer Zeit absolviert worden war. Einige kleinere Missgeschicke bleiben nicht aus, wobei es gerade diese sind, die sie nach so vielen Jahren zu der Liebe führt.

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Leseprobe:

Stille. Meine Worte hallten noch immer nach durch die große Halle und ließen einen jeden in düstere Gedanken fallen. Alle Zwistigkeiten untereinander waren in diesem Moment vergessen. Worte haben die Macht zu heilen und die Macht zu zerstören, hatte mir Melhanea immer wieder erklärt. Offenbar gab es auch Worte, die wachrüttelten, denn man starrte mich an, als ob man gespannt darauf wartete, was ich noch zu sagen hatte. Benutze Worte nie leichtfertig.
Und so genoss ich es kurzzeitig, dass man mir endlich Gehör geschenkt hatte und mich ernst nahm. Ein recht zweifelhaftes Vergnügen, da mir gleichzeitig die immense Tragweite meiner Verantwortung bewusst wurde, die man von einer Frau in meiner Position erwarten konnte. Verunsichert wollte ich an meine Haarkette greifen, um dort nach meinem Schutzamulett zu suchen, hielt jedoch auf halben Wege inne und umklammerte stattdessen mit der anderen Hand mein Handgelenk. Beschämt stellte ich fest, dass meine Finger zitterten.
Zeige nie, wie unsicher du bist, rief ich mir Melhaneas Worte ins Gedächtnis, was eine ihrer ersten Regeln für mich als zukünftige Shijien gewesen waren. Leider würde ich wohl noch einige Jahrhunderte daran arbeiten müssen, um die selbstsichere Autorität, wie sie Melhanea ausgestrahlt hatte, zu erlangen. Halwyth und Naléth konnte ich mit meinem jugendlichen Gehabe vielleicht noch beeindrucken, bei den anderen musste ich mich da mehr anstrengen.
„Setz dich, Meddjn“, drang endlich Manaels sonore Stimme laut hallend durch den Saal zu mir. Auffordernd nickte er mir zu, einen der freien Stühle zu nehmen. So willkürlich, wie man an dem halbrunden Tisch Platz genommen hatte, fiel die Entscheidung schwer. Gerne hätte ich mich neben Manael gesetzt, doch da Travnéel neben ihm saß, suchte ich mir den weniger bedenklichen Stuhl neben Farred aus, der noch immer den Eindruck machte, als ginge ihm die Besprechung im Grunde nichts an. Provokant hatte er sich weit nach hinten gelehnt und schenkte einer der zehn Schritt hohen Statuen zur linken Seite wesentlich mehr Aufmerksamkeit als den Anwesenden.
Überdrüssig ob dieser schlechten Atmosphäre in der Halle stützte ich meine Arme auf die Tischplatte und verschränkte wenig elegant meine Hände vor dem Kinn. Offenbar wurde Vivien diese elende Warterei leid, die sich endlich von ihrem Groll meinem Onkel gegenüber distanzierte und sich über den Tisch beugte, um Manael besser ins Gesicht sehen zu können.
„So, jetzt haben wir uns lange genug angeschwiegen. Und da ich leider immer nur kleine Fetzen zugeworfen bekomme wie ein Hund, für den man lediglich ein paar abgenagte Knochen übrig hat, wäre es nett, wenn man mir endlich mal erklärt, um was es hier im Detail geht. Ich höre was über Magie, Südländer, Keshenja in Gefahr, eine dumme Hexe und Überfälle. Also, bitte noch mal von vorne, damit auch ein Erdling es verstehen kann.“
„Die Hexe ist keineswegs dumm“, ließ sich Travnéel vom Ende des Tisches aus vernehmen. Sorgsam strich er sich die silberweißen Haare nach hinten und nahm Viviens Blick mit dem seinen gefangen. „Sie weiß genau, was sie tut. Meines Erachtens steckt eine jahrzehntelange Planung hinter diesen Überfällen. Sie ist gefährlich.“
„Auf der Erde benutzen wir das Wort dumm, wenn wir uns über eine Person ärgern. Damit wollte ich nicht ausdrücken, sie wäre völlig verblödet. Wir säßen ja kaum hier, wenn diese südländische Hexe wirklich dumm wie Stroh wäre. Obwohl ich zugeben muss, dass einige unserer Politiker auch nicht gerade die Weisheit mit Löffeln gefressen haben und vielleicht gerade deswegen umso gefährlicher sind.“
„Wie kann man Weisheit mi.....“
„Lasst es gut sein, Herr Travnéel“, mischte sich Noál ein, dem es offensichtlich zu dumm wurde, die Besprechung auf das Niveau von Erklärungen menschlicher Sprache abgleiten zu lassen. Naléth, die wieder einmal damit beschäftigt war, an Viviens Locken herumzuspielen, wandte sich ab und sprach.
„Wir sind hier, um uns auszutauschen. Dazu gehört auch, alle Anwesenden davon zu unterrichten, weswegen wir uns zusammenfanden. Dies ist kein Scherz, und bei weitem kein geringer Anlass. Wir sind hier, um unsere Erkenntnisse mit den anderen zu teilen. Ein jeder trug in den letzten Tagen dazu bei, die Geschehnisse, welche sich im Süden der Südlande abspielten, zu einem vollständigen Bild zusammenzufügen. Warum müssen wir uns also streiten, wo wir zusammenhalten sollten? - Falls Zweifel an der Geschichte des Südländers im Rat der Headan bestehen sollten, so war es Travnéel, der mit seinem Besuch in Knash~é~Nathnael alle Zweifel beseitigte. Denn der Südländer brachte einen Beweis. Einen Beweis von unumstößlicher Gewissheit, dass nahe der Orvallesh Grauenhaftes passierte. - Meister Manael, würdet Ihr es bitte vorlegen?“
Gespannt sahen wir alle zu dem Vorsitzenden des Stadtrates. Einzig Naléth und Travnéel blieben von der Neugierde unberührt, so dass ich annahm, selbst Halwyth und Farred wussten nichts von einem Beweismittel. Es war mir schleierhaft, wie man etwas so wichtiges so lange geheim gehalten hatte. Es musste einen Grund dafür geben.
Tief seufzend erhob sich Manael und holte etwas aus dem angrenzenden Besprechungsraum. Dieser lag gut versteckt hinter den Tragsäulen, welche das Deckengewölbe stützten, und wurde nur selten genutzt. Ein runder Torbogen führte durch die hoch aufragende Wand in den kleineren Raum. Ich war schon oft für inoffizielle Beratungen dort gewesen. Es war schlichter als diese Halle gehalten, mit Tischen und Stühlen aus Holz und wenig Mobiliar, sah man von einigen Regalen und Schreibpulten einmal ab.
Es dauerte, bis Manael zurückkam. Gut eingewickelt in eine dunkles Leinentuch hielt er ein schmales Bündel in seinen Armen. So sanft, als trüge er ein Kind, legte er es auf den Tisch. In seinen Augen spiegelte sich Trauer und Wut gleichermaßen.
„Es ist kein schöner Anblick“, warnte er uns, während er das Leinen behutsam auseinanderzog. Nach und nach offenbarte sich uns etwas, welches wir nur mühsam zu begreifen suchten.
„Es ist der Leichnam eines Kleinkindes von einem der Dörfer, die überfallen wurden“, klärte uns Manael auf. „Der Körper ist gut erhalten, obwohl er längst zersetzt sein müsste. Es gibt kein Blut in diesem Körper, noch weist er irgendwelche Wunden oder Verletzungen auf. Kein Anzeichen oder Hinweis, wie das Blut aus dem Körper entzogen wurde. Es ist Übernatürlich.“
Ich atmete schwer aus, wobei ich mich zusammennehmen musste, um nicht den Blick abzuwenden. Es war ein kleines Mädchen, das nun auf dem Tisch lag wie ein totes Stück Fleisch, beraubt seiner Kindheit und Jugend, seinem Lachen und Weinen, seiner Seele, seinem Leben. Ich spürte das Entsetzen der anderen so deutlich, als wäre es mein eigenes. Ich dürfte mich nicht davon beeinflussen lassen.
„Das ist ja entsetzlich“, wandte sich Vivien ab und schluckte so schwer, als müsse sie sich jeden Moment übergeben.
„Travnéel, wie … was hat das …“, stammelte Farred fassungslos neben mir. Ihm brach regelrecht die Stimme angesichts des Grauens, mit dem er konfrontiert wurde. Verstohlen lugte ich zu meinem Onkel, der weiß wie Schnee geworden war. Alle Farbe war aus ihm gewichen, als wolle er der Leichenblässe des Mädchens Gesellschaft leisten.
Stöhnend erhob ich mich von meinem Stuhl und umklammerte fest meine Haarkette. Mit den Fingern tastete ich nach dem eingebundenen Stein der Gestein-Meister, die mehr als andere Völker der Erde verbunden waren. Und Erdung brauchte ich jetzt, da alles andere mich nur noch weiter aufgewühlt hätte.
Schweren Schrittes ging ich den Tisch entlang, wo das tote Mädchen aufgebahrt lag. Im Vorübergehen streifte ich Travnéel, dessen Aura stark und unbeirrt auf mich einströmte. Er schenkte mir Kraft, auch wenn er nichts davon wusste.
Langsam beugte ich mich über das Gesicht der Toten, so nah, dass ich zu ihren Lebzeiten ihren Atem gespürt hätte. Jung war sie gewesen, kaum älter als sechzig Jahre, was in etwa acht Jahre Menschenzeit entspricht. Ihre Augen waren geschlossen, die dunklen, krausen Haare lagen zerzaust über ihre knochigen, ausgemergelten Schultern herab. Das Gesicht war eingefallen, wie das einer alten Frau. Und doch erkannte ich die Schönheit dahinter, das, was dieses kleine Mädchen einst geworden wäre. Tränen liefen mir über die Wangen, als ich über die hervortretenden Wangenknochen streichelte, dem Hauch des Todes lauschte und das Grauen spürte, welches sie in den letzten Augenblicken ihres Lebens gespürt hatte.
„Ein Zauber umgibt ihren Leichnam, der sie nicht zergehen lässt. Blutmagie wurde gewoben. Eine Finsternis hat sich erhoben im Reich der Burashthal, deren Oberhaupt die Morquall Narddmona geworden ist. Sie ist mächtig. Und sie ist gierig. Der Tod bedeutet ihr nichts, und das Leben nur soviel, wie es von ihrem eigenen Nutzen ist. - Manael“, sah ich bestürzt auf. „Ein Heer wird uns hier nichts nützen.“
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Die Autorin

Die Autorin schreibt unter dem Pseudonym Selena M. Geboren im Jahr 1966, begann sie bereits in jungen Jahren mit ersten Schreibversuchen. Als bekennende Vielleserin seit der Kindheit, wechselten die Genres von Tolstoi bis Heinrich Böll, zu Horror-Romanen und Thriller bis hin zu Geschichtlichen Romanen und Fantasy-Büchern. Die Autorin lebte ein Jahr in den USA, die sie auch später noch gerne auf Urlaubsreisen besuchte.

Mittlerweile ist sie alleinerziehende Mutter eines inzwischen 19-Jährigen Sohnes.

Ihre Interessen liegen vor allem in politischen Verwicklungen, Religion und Spiritualität, Verstrickungen von zwischenmenschlichen Beziehungen und individuelle Kreativität.

"Nichts lehrt ein Leben nachhaltiger und tiefgreifender als das Leben selbst"

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