Gefährlicher Hunger - Unerwartet verliebt von Anna Kleve

Gefährlicher Hunger - Unerwartet verliebt

Details:

Genre:Fantasy, Liebesromane
Format:Taschenbuch, eBook
Seiten:392
Distributor:Books on Demand, Amazon KDP
ISBN/ASIN:978-3749453191

Klappentext:

Ist Liebe stärker als ghulischer Hunger?

Seit einem blutigen Zwischenfall wissen die Menschen von der Existenz der Ghule und Dschinns. Und sie wissen, wovon Ghule sich vorzugsweise ernähren. Um Vertrauen und Frieden zwischen den Arten zu schaffen, wird entschieden, einige Ghule und Dschinns an menschliche Schulen zu schicken.

Unter ihnen befinden sich die Brüder Zayn und Kaan.

Zayn trifft an seiner Schule Matt, dessen ungewöhnlicher Geruch ihn reizt und zugleich verwirrt.

Als Matt zudem von einer gefährlichen Ghulfraktion verfolgt wird, beschließt Zayn, ihn zu beschützen.

Zwischen ihnen entwickeln sich immer stärkere Gefühle, die nicht nur von äußeren Feinden bedroht werden. Zayns raubtierhafte Gier könnte zu einer noch viel größeren Gefahr für Matt werden.

Inhalt:

Einst kamen nur einzelne zu Besuch in unsere Welt, doch als ihre zerstört wurde, kamen sie alle her. Nun müssen Ghule und Dschinns mit den Menschen klar kommen.

In dem Bemühen daran zu arbeiten, müssen Einzelne mit den verschiedenen Positionen und um ihren eigenen Weg, zwischen Liebe, Angst, Vorurteilen und Hass, kämpfen.

Leseprobe

1. Zayn – Eine magische Familie

Erschrocken landete ich an der Decke meines Zimmers, als ohrenbetäubender Lärm aus Kaans Zimmer zu mir herüberklang wie eine gewaltige Schallwelle.
Ärgerlich riss ich meine Klauen aus dem dicken Holz und ließ mich hinab aufs Bett fallen.
Grimmig sprang ich auf und warf einen erneuten Blick zur Decke. Die Riefen und Löcher im Holz konnte man kaum zählen. Meinem Geisterbruder sei dank oder auch nicht.
„Kaan!“, schrie ich wütend, sobald ich auf den leeren Stuhl sah.
„Ja?“, fragte er unschuldig und wie immer aus dem Nichts heraus aufgetaucht.
„Wo sind meine Sachen?“, wollte ich wissen und funkelte ihn an.
„Weg.“
Er zuckte mit den Schultern und grinste, als könne nichts in der Welt an seiner Ruhe rütteln.
Okay, im Grund meines Herzens liebte ich diesen Kerl, mit seinen magischen Kräften und frechen Tricks, aber in solchen Momenten riss sein Verhalten an meinen Nerven.
„Hol sie zurück“, verlangte ich knurrend.
„Nein.“
„Ich reiß dich in Stücke“, drohte ich ihm grollend.
„Kannst du nicht“, behauptete er mit einer Selbstsicherheit, die meinen Wutpegel hochschnellen ließ.
Ohne Vorwarnung sprang ich vor und knallte ihn so heftig gegen die Wand, dass eine tiefe Delle darin zurückblieb.
„Kann ich doch. Ich muss nur schnell genug sein“, fauchte ich mit glühenden Augen.
„Schön.“ Kaan schnipste mit den Fingern und es gab ein Puff. „Aber Mama wird das gar nicht gefallen.“
Schnaubend ließ ich ihn los.
„Kleide du dich ruhig in Regenbogenfarben, wenn du magst, aber lass mich in Ruhe“, murrte ich und war schon am Schreibtisch. „Ob ich Schwarz trage oder nicht ist meine Sache. Mit Siebzehn bin ich wirklich alt genug das selbst zu entscheiden.“
„Diskutiere du das aus“, merkte Kaan an und löste sich einfach in Luft auf.
Ich ballte die Hände mehrmals zu Fäusten, um die Steifheit der Klauen zu vertreiben.
Dann wechselte ich, so schnell ich konnte, die Kleidung, bevor noch ein Mitglied dieser verrückten Familie einfach in meinem Zimmer auftauchen würde.

„Heute die Tür?“, fragte Mama grinsend, als ich ins Esszimmer trat.
„Ich muss üben“, erklärte ich schulterzuckend.
Kaan tauchte lachend aus dem Nichts auf.
„Das fällt dir früh ein“, stellte er belustigt fest.
„Ich springe lieber durch Fenster“, kommentierte ich gelassen.
„Üben täte dir auch mal ganz gut, Kaan“, sagte Mama ernst. „So aufzutauchen erschreckt die Menschen nur.“
Mein Bruder gab ein missmutiges Grummeln von sich.
„Geisterhaft“, fiel mir spöttisch ein.
„Zieh die Klauen ein“, erwiderte Kaan finster.
Ich grinste.
„Willst du dir nicht etwas anderes anziehen, Zayn?“, fragte Mama einfach in den Raum hinein.
Meine Laune sackte sofort wieder ab.
Nun grinste mein Bruder.
Am liebsten hätte ich nach ihm geschlagen, verkniff es mir aber.
„Meine Entscheidung“, war alles, was ich zur Antwort gab.
„Willst du die Vorurteile unbedingt bestärken?“, bohrte Mama weiter. „Deine schwarzen Haare und Augen sind doch schon dunkel genug.“
„Ich ändere meinen Kleidungsstil und meine Vorlieben doch nicht, nur weil die Menschen bestimmte Vorstellungen haben“, konterte ich fest entschlossen.
Diese Diskussionen musste ich echt nicht haben. Da kam mir der leichte Dampf aus der Küche gerade recht.
Mit einem Satz war ich durch die Tür, am Ceranfeld und zog den Topf von der Herdplatte.
„Reicht nicht“, rief Kaan, der neben mir auftauchte.
„Für mich reicht körperwarm“, erwiderte ich kühl und füllte mir einen Becher mit der Milch.
Dann schob ich den Topf zurück auf die Platte und kehrte zu meinem Platz zurück.
„Und jetzt darf ich am Herd stehen?“, fragte mein Bruder.
Ich nahm erst einmal einen Schluck von meiner Milch, ehe ich etwas dazu sagte: „Wenn du die Milch unbedingt heiß haben willst, ist das nicht mein Problem.“
„Egoist.“
„Du hast zwei gesunde Hände.“
„Klar.“
Kaan gab ein Schnauben von sich.
Statt mich weiter mit ihm zu befassen, griff ich nach meiner Schale auf dem Tisch. Mein Essen würde ohnehin keiner in dieser Familie anrühren.
Grinsend griff ich mit den Finger hinein und nahm mir ein Stück Fleisch heraus.
„Zayn, benutz die Gabel“, ermahnte mich Mama.
„Ja“, murrte ich.
Das Theater vom letzten Mal wollte ich mir echt nicht noch einmal antun. Einmal einer fliegenden Schüssel mit Fleisch hinterherzujagen hatte mir wirklich gereicht.
Ein wenig genervt griff ich nach einer Gabel und begann die Fleischstücke zu verzehren. Frisch und blutig, wie ich es mochte.
Schließlich erhob ich mich, als Kaan gerade aus der Küche zurückkehrte. Schnell erhob ich mich, um eine Dose zu holen, in der ich das restliche Fleisch mitnehmen würde.
Im Vorbeigehen an meinem Bruder verzog ich das Gesicht. Kakao. Es schüttelte mich. Damit konnte ich so gar nichts anfangen.
„Kann ja nicht jeder auf blutig stehen“, raunte er mir ins Ohr.
Ich musste unbedingt meine Gesichtszüge unter Kontrolle kriegen, wenn man mir meinen Widerwillen so leicht ansah.

Kurze Zeit darauf nahm ich meine Tasche über die Schulter und streckte meinen Kopf noch einmal zur Tür des Esszimmers hinein.
„Ich bin dann weg“, teilte ich mit. „Wir sehen uns gleich, Kaan.“
„Ich könnte dich auch mitnehmen“, merkte er an.
„Ich laufe lieber“, erwiderte ich abweisend.
Um ehrlich zu sein, würde ich immer lieber laufen.
Die Übelkeit beim Puffen würde ich mir tatsächlich nur im Notfall antun.
„Mach keinen Ärger“, ermahnte mich Mama.
Meine einzige Reaktion darauf war ein tiefes Knurren. Das musste sie mir wirklich nicht sagen.
Ich drehte mich um und huschte zur Haustür.
Dort stockte ich noch einmal. Nur selten ging ich vorne raus. Es war einfacher hintenrum und in den Wald zu laufen. Vor allem musste ich den Nachbarn nicht begegnen, aber es wäre auch ein enormer Umweg.
Tief atmete ich ein und öffnete die Tür, um hinauszutreten.
Auf den ersten Blick war draußen auch niemand zu sehen. Nachdem ich allerdings die Tür geschlossen und einige Schritte über den Kies der Einfahrt gemacht hatte, fiel mir ein Haus am Ende der Straße auf.
Die Gardine im Erdgeschoss bewegte sich ein wenig, wurde aber nicht geöffnet. Es war als linse jemand heraus. Nicht ganz sicher war ich bei der Spiegelung des Morgenlichts.
Ob das wirklich ein Fernglas war?
Hastig schüttelte ich den Kopf. Das war nicht wichtig. Neugierige Nachbarn gab es doch fast überall.
Außerdem musste ich los. Am ersten Schultag zu spät zu kommen würde bestimmt nicht gut ankommen.
Gerade, als ich die Straße betrat, kam eine Frau mit einem Kinderwagen eben diese entlang. Ihr Blick fiel auf mich und demonstrativ wechselte sie die Straßenseite. Vielleicht sogar etwas hektisch.
Und obwohl ich Ähnliches durchaus gewöhnt war, versetzte es mir einen Stich. Es war wie mit Leuten, die man nicht mochte: Man konnte sich bei fiesen Kommentaren nicht davon freisprechen, dass es zumindest ein wenig weh tat. Jedenfalls war das bei mir so.
Ansonsten war an diesem Ort gerade nichts los.
Ich streckte mich einmal ausgiebig und zog den Gurt meiner Tasche enger, damit sie nicht herumflog oder gar verloren ging.
Dann rannte ich los. Meine Umgebung sauste schnell an mir vorbei. Das worauf ich mich nicht konzentrierte, war fast nur Farbe, um mich herum.
Ein Radfahrer stürzte fast von seinem Fahrrad, als ich an ihm vorbei lief.
Ich liebte laufen, diese Geschwindigkeit. Es war besser als Jagen. Angenehmer als das Gefühl frisch erlegten Wildes unter meinen Klauen.

Erst vor dem grauen Steinbau bremste ich ab und ließ meinen Blick über die Fassade schweifen. Klobig und wenig einladend.
Einen Augenblick fragte ich mich, weshalb ich mir das überhaupt antun wollte. Dann erinnerte ich mich und stieß ein Seufzen aus. Fast alles hatte einen Grund.
Geräusche von den Schülern drangen an meine Ohren. Sie kamen vom Schulhof.
Bisher war ich nur zwei Mal am Wochenende dort gewesen und da war es immer relativ ruhig. Abgesehen von einigen Basketballspielern, aber die waren erst aufgetaucht, als ich schon drinnen gewesen war.
Den Ball hatte ich jedoch auch durch mehrere Wände gehört.
Dieses Mal war es von vorne herein ziemlich laut und ich presste die Lippen fest, fast schmerzhaft, aufeinander.
Und dabei war ich noch nicht mal auf dem Schulhof unten.
Wie sollte ich das dann jeden Tag ertragen? Wie schafften die Menschen das ständig?
Ein schrilles Klingeln ließ mich beinahe zu Boden sinken, schmerzte aufs Heftigste in meinen Ohren. Ich zuckte und hielt mich an dem Gitter vor mir fest.
Eine Hand berührte mein rechtes Ohr.
Eigentlich sehr sanft, aber ich war gereizt. Ruckartig fuhr ich herum, verdrehte dem Anderen den Arm auf den Rücken und hörte Kaan keuchen.
„Stop!“

Die Autorin

Aufgewachsen im Bergischen Land hat Anna Kleve schon früh ihre Liebe zu Büchern entdeckt. Kein Wunder, da eine Wand ihres Kinderzimmers mit einem großen Bücherregal vollgestellt war, in dem alle Bücher aufbewahrt wurden. Dies brachte sie irgendwann in den Bereich Fantasy, in dem sie heute hauptsächlich im Subgenre Gay-Fantasy schreibt. Ihre Romane schreibt sie dabei mit einem Schuss an Spannung, gestaltwandlerischen bis magischen Abenteuern und einer gehörigen Portion Romantik. Gelegentlich stattet sie auch der Romantasy einen Besuch ab. Neben ihrer Freude Leinwände farbig zu verschönern und zu gestalten, schreibt Anna auch gerne Fantasy für die kleineren Leser. Dazu sagt sie auch: Fantasie ist wie ein Schmetterling, hauchzart und kann in alle möglichen Richtungen fliegen.

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