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Brumm! – Eine schwarz/weiße Fabel für das postfaktische Zeitalter von Helmut Barz

Brumm! – Eine schwarz/weiße Fabel für das postfaktische Zeitalter

Details:

Genre:Fantasy, Humor
Format:Taschenbuch, eBook
Seiten:432
Distributor:Eigenverlag, Nova MD
ISBN/ASIN:978-3966982849

Klappentext:

Jedem Menschen wohne ein Krafttier inne – so lehren uns die Schamanen: Man müsse es nur finden, erwecken und befreien.

Doch was, wenn dieses Krafttier ein verspielter, verschlafener, verleckerter, territorialer, dickschädeliger Panda ist, der dein Leben ins Chaos stürzt – und sich beharrlich weigert wieder zu gehen?

Dr. Urs A. Podini hat seine Lebensträume längst eingetauscht gegen Eigentumswohnung, bescheidenen Wohlstand, Kreativität in homöopathischen Dosen und eine Lebensgefährtin, die ihn eher duldet als liebt. Doch dann entdeckt er im Schaufenster der Boutique »Transitions!« das Kostüm eines Pandas – und eine magische Achterbahnfahrt durch unsere Zeit beginnt.

Inhalt:

»Begegnet dir ein Panda, so biete ihm deine Gastfreundschaft an. Als guter Freund wird er Glück in dein Haus bringen«, hat der alte Chinese gesagt. Hätte Urs doch diesen Ratschlag in den Wind geschlagen. Hätte er doch den Heißhunger auf frische Bambussprossen ebenso ignoriert wie den Drang, laut »Brumm!« zu rufen.

Dr. Urs A. Podini hatte seine Lebensträume doch schon längst eingetauscht gegen Gehalt, Eigentumswohnung und Kreativität in homöopathischen Dosen. Als Geschäftsführer der Offenbacher Werbeagentur SummerPod schlägt er sich herum mit renitenten Kunden und unverkäuflichen Produkten, mit intriganten Vertriebsdirektoren und esoterisch verstrahlten CEOs. Abends, daheim, wird er von seiner Lebensgefährtin Karolin eher geduldet als geliebt.

Doch dann entdeckt er im Schaufenster der Boutique »Transitions!« das flauschig schwarz-weiße Kostüm eines Pandas, schlüpft hinein und fühlt sich mit einem Male … geborgen.

Also befolgt er den Rat des alten Chinesen: Er kauft das Kostüm und bietet so seinem inneren Panda die Gastfreundschaft an.

Wirklich eine weise Entscheidung? Offenbar:

Endlich kann Urs wieder schlafen – nach Jahrzehnten der Insomnie.

Endlich lernt er, »Nein« zu sagen.

Endlich trennt er sich von seiner Lebensgefährtin.

Endlich bringt er den Mut auf, die Auszubildende Ayla zum Essen einzuladen, die mit ihrer Schönheit und Herzenswärme alle Menschen um sie herum betört.

Doch wieso findet er sich plötzlich im Vernehmungszimmer des Offenbacher Polizeipräsidiums wieder – gekleidet in sein Pandakostüm?

Und das ist erst der Auftakt zu einer magischen Achterbahnfahrt durch unsere Zeit:

Urs wird zum Revolutionär wider Willen, zum ersten offiziell anerkannten menschlichen Panda, zum Internetstar und Talkshowgast sowie – nolens volens – zum chinesischen Staatsbürger. Er trifft auf Politikerinnen mit Flausch-Fetisch, neugierige Pinguine, musikalische Mufflons, rechtsradikale Seelöwen, verschmuste Kängurus, Franz Schubert verehrende Artgenossen – und sogar auf seine große Liebe.

Aber alles hat seinen Preis: Wenn man etwas nur lang genug behauptet, wird es zum Fakt – das bekommt Urs am eigenen Leibe zu spüren.

»Der flauschigste Roman des Jahres!«

(Diana Schubert, Kunstfell-Kennerin)

»Ein Skandal! Kommt nach dem Gender- jetzt der Spezies-Wahn?«

(Petra Beatrix von Höggemeulher, MdP, Vorsitzende der Nationalen Alternative)

»Mei, mia Bayern kenna natürlich auch andere Methoden, mit Problembären umzugehen.«

(Hubert Alois Huber, Agrarpolitiker)

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Leseprobe

»Brumm!«
Hat er das wirklich gerade laut gesagt? Urs schmeckt der Silbe nach. Ja, er spürt noch das Rollen des R in seinem Rachen, das Vibrieren des M auf den Lippen. Er hat es tatsächlich gesagt: »Brumm!«
Hoffentlich erst, als die Tür schon hinter ihm ins Schloss gefallen ist.
Hoffentlich hat er da schon auf dem Bürgersteig gestanden.
Hoffentlich hat er Urs nicht gehört, der Herr Doktor mit seinen grau melierten Haaren und seinem weißen Kittel.
Andererseits: Und wenn schon! Der Herr Doktor hält ihn ohnehin für einen Idioten.
Und einen Doktortitel hat er schließlich selber.
Urs – Dr. Urs A. Podini!, so ermahnt er sich streng – macht einen Schritt vorwärts. Sorgsam setzt er den Fuß, um nicht auf die Kanten der Gehwegplatten zu treten. So hat er es auch schon in seiner Kindheit gemacht. »Brumm!«
Noch ein Schritt. »Brumm?«
Noch ein Schritt. »Brumm.«
Noch ein Schritt. »Brumm?!« – Ein empörtes Bärchen, rücksichtslos aus dem Winterschlaf gerissen.
Noch ein Schritt. »Brrrrummmmmmm.« – Das »R« in der Kehle rollend, das »M« auf den Lippen kitzelnd: ein Kind, das Auto spielt.
Noch ein Schritt.
»Brummmmm …« – Mit einem Hauch der Verzweiflung leise verklingend: ein letzter Protest gegen das Unvermeidliche.
Noch ein Schritt.
»BRUMM!« – Machtvoll in die Luft gemeißelt.
Laut, leise, sanft, schroff, zärtlich, verletzend, wütend, erfreut.
Gerufen, gehaucht, geflüstert, gespien, gesäuselt und – gebrummt: »Brumm.«
Da steht Urs nun, die Füße genau auf zwei Gehwegplatten, Zehen und Hacken gleich weit von den Kanten entfernt, und erfreut sich am Klang der fünf zur Lautmalerei gereihten Buchstaben.
Warum geht ihm diese Silbe nicht aus dem Kopf?
Seit diesem Morgen schon.
»Bärchen«, hat Karolin ihn genannt. Aus dem Mund seiner Lebensgefährtin ist das allerdings kein Kosename, sondern ein subtiler Hinweis darauf, dass er abnehmen und daher nicht so viel naschen sollte.
»Hör mal, Bärchen«, hat Karolin an diesem Morgen gesagt und damit ihre übliche Kaskade von Geboten und Anweisungen eingeleitet: den Karolingischen Tagesbefehl.
»Alles verstanden, Bärchen?«, hat sie zum Abschluss gefragt.
Da ist es ihm rausgerutscht, das bestätigende »Brumm«.
Karolin hat das nicht komisch gefunden. Verständlich. Wo doch an diesem Tag das große Symposium beginnt: "Ich kann sein, wer ich schon immer war: Körperbilder im 21. Jahrhundert – vom Ideal der Simulation zur hüllenlosen Authentizität." Ihre erste, praktisch im Alleingang organisierte Großtat als frischberufene Juniorprofessorin der Theaterwissenschaft.
Da ist kein Platz für ein vorlautes »Brumm«.
Urs hat sich also sofort bei ihr entschuldigt.
Karolin hat ihm großmütig verziehen und ist dann davongeeilt. Zum Bahnhof. Professorin Doktorin Mariele Juncker-Stockmann abholen – die Star-Referentin des Symposiums.
Seither ist Urs diese Silbe nicht mehr aus dem Kopf gegangen: »Brumm!«
Auch während der Konferenz mit dem Herrn Doktor nicht.
Ja, Konferenz! Als promovierter Germanist weigert sich Urs, das Wort Meeting auch nur zu denken – eines dieser brausepulvrig rosafarbenen Wörter, die auf der Zunge kribbeln, als würde man an den Polen einer Batterie lecken.
Die Konferenz hat ihn also dazu gebracht, es laut auszurufen: »Brumm!«
Kaum, dass die Tür des Marktforschungsinstituts ins Schloss gefallen ist.
Die Konferenz ist …
Ja, wie ist sie denn jetzt eigentlich verlaufen?
Gut, weil sie die von Urs erwarteten Ergebnisse erbracht hat?
Schlecht, weil er seinem Kunden jetzt auseinandersetzen muss, dass die kreativen Ideen dessen sechzehnjährigen Sohnes …
Wie hat es der Herr Doktor zusammengefasst?
»Dieses Konzept ist nicht zielgruppentauglich und daher wenig erfolgversprechend!«
Urs sehnt sich nach einer Dusche. Die mitleidig angewiderten Blicke des Herrn Doktors abspülen. Der bei der Arbeit einen weißen, frisch gestärkten Kittel trägt, obwohl er doch Soziologe und Marktforscher ist.
Im Glauben, das Konzept stamme von Urs selbst, hat ihm der Herr Doktor die Leviten gelesen. Er hat Urs minutiös auseinandergesetzt, warum jede einzelne Idee »nicht zielgruppentauglich und daher wenig erfolgversprechend« ist. Bei jedem »nicht zielgruppentauglich« hat der Herr Doktor die Lippen geschürzt und bei jedem »wenig erfolgversprechend« die Nase gerümpft, als röche er Darmgase.
Urs hätte diese Belehrung nicht nötig gehabt.
Er weiß auch so, dass es keine gute Idee ist, einen führenden Anbieter von essenzieller Fahrzeugtechnik als »Bremsen-Babo« zu vermarkten – im Pimp My Ride-Stil, untermalt von den Versen des vom Filius eigenhändig gedroppten Bremsta-Raps:
»Isch brems disch aus, Alter.
Dann ist aus die Maus, Alter.«
Der Herr Doktor hat Urs also wenig Neues zu sagen gehabt. Das allerdings in einem mehrere Zentimeter dicken Bericht. Die ringgebundene Mappe ruht schwer in Urs’ Rucksack: Diese Last muss er jetzt tragen.
Nach Hause. In die Agentur. Zum Kunden.
Wenigstens hat Urs recht behalten.
Kein Grund für Triumph und knallende Sektkorken. Urs behält oft recht. Er ist ja nicht erst seit gestern Kreativdirektor und Co-Geschäftsführer der SummerPod Kommunikations-GmbH Offenbach.
Deshalb weiß er auch bereits, wie die Geschichte ausgehen wird: Der Kunde wird dennoch auf der Umsetzung des Konzepts seines Sohnes beharren. Er wird viel Geld versenken. Sein Traditionsunternehmen wird im Shitstorm der Häme ins Schlingern geraten. Schließlich wird er im Zorn die Agentur wechseln.
Den Kunden werden sie also in jedem Fall verlieren. Dann lieber vorher noch abkassieren. Das zumindest wird Urs’ beste Freundin und Geschäftspartnerin Alexa sagen.
Also: Das Gutachten in die Agentur tragen.
Dem Drang widerstehen, Herrn Dr.-Ing. Herzog samt schöpferischem Filius den ringgebundenen Bericht auf die Hinterköpfe zu hämmern. Auch wenn der Herr Dr.-Ing. Herzog, Geschäftsführer von Herzog Raubach – »dem führenden Unternehmen für Verzögerungstechnik!« – alle Argumente vom Tisch fegen wird.
An den Umsatz denken.
Freundlich nicken und lächeln.
Warum fällt diese Art der Krisendiplomatie eigentlich immer ihm zu?
Eine rhetorische Frage. Urs weiß genau warum.
Seine wenig furchteinflößenden hundertsiebzig Zentimeter Körpergröße – okay, hundertvierundsechzig Zentimeter, aber keinen Millimeter weniger.
Seine Stimme. Warm. Weich. Gerne spricht er die von ihm ersonnenen Werbespots und Filmtexte selbst ein – zumindest in der Entwurfsphase.
Der respektheischende Doktortitel. Ob er sich auch einen weißen Kittel zulegen soll?
Und dann ist da natürlich sein Sprachfehler: Urs kann nicht »Nein« sagen.

Der Autor

Helmut Barz, im Jahr des Hahns 1969 geboren, liebt Pandas, isst gerne Bambussprossen und weiß, wovon er schreibt, wenn er den Helden von »Brumm!« in eine Werbeagentur arbeiten schickt: Er ist selbst Kreativdirektor, Texter und Übersetzer für Unternehmenskommunikation.

Irgendwie hat er es neben der Arbeit geschafft, in den letzten 10 Jahren sieben Romane zu schreiben und zu veröffentlichen, darunter die erfolgreiche Reihe um die Frankfurts chaotischste Kriminalpolizistin Katharina Klein und seinen Horror/Noir-Thriller »¬Ein dreckiger Job«.

Er lebt freiwillig in Offenbach am Main. Und nach seinem Ableben hätte er nichts gegen eine Wiedergeburt als flauschig schwarz/weißer Panda. Eine Existenz als Hausgeist der Deutschen Bibliothek wäre jedoch auch in Ordnung.

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