800 Kilometer zum Regenbogen von Marion Grass | Indie-Autoren Bücher
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800 Kilometer zum Regenbogen - Nach einer wahren Begebenheit von Marion Grass

800 Kilometer zum Regenbogen - Nach einer wahren Begebenheit

Details:

Genre: Liebesromane
Format: eBook, Taschenbuch
Seiten: 268
Distributor: Epubli
ISBN/ASIN: 978-3754963661
Bewertungen: Bisher noch keine BewertungSchreibe etwas über das Buch

Inhalt:

Im Jahr 2000 lebt die 38 Jahre alte Maria mit ihrem vierjährigen Sohn in Wien. Sie ist verheiratet, aber sehr viel alleine, weil ihr Mann beruflich im Ausland tätig ist und zurzeit nur selten nach Hause kommt.

Eines Abends schreibt sie aus einer Laune heraus einen Eintrag in das Gästebuch auf der Fan-Webseite der Hauptdarstellerin einer deutschen Fernsehserie. Irrtümlicherweise postet sie dabei ihre E-Mail-Adresse mit.

Drei Tage später erhält sie eine E-Mail von Caro aus der Schweiz, die auf der Suche nach neuen E-Mail-Bekanntschaften auf Marias Posting stößt. Nach kurzem Überlegen schreibt Maria zurück. Aus der anfänglichen Bekanntschaft entwickelt sich in kürzester Zeit eine richtige E-Mail-Freundschaft. Doch dann passiert etwas, womit beide nicht gerechnet haben.

Der Roman erzählt die auf einer wahren Begebenheit beruhende, spannende und berührende Geschichte von Caro und Maria. Es ist eine Geschichte über Einsamkeit, Ratlosigkeit und Verzweiflung aber auch wahre Liebe und Mut.

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Buchtrailer

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Leseprobe

1. Ein doofer Tag

Es war Montag, der 30. Oktober 2000, kurz nach 8 Uhr morgens. Es war der Tag, der mein ganzes Leben komplett verändern würde, aber das wusste ich damals noch nicht. Ich hatte soeben meinen vierjährigen Sohn Max in den Kindergarten gebracht. Nun saß ich mit Kaffee und Müsli in der Küche und blickte zum Fenster hinaus. Es war trüb und grau und regnete leicht. Ein richtiges Novemberwetter. In drei Stunden würde im Festsaal der Universität Wien die akademische Feier zu meinem Studienabschluss stattfinden. In einem feierlichen Akt würde mir mein Magisterdiplom überreicht werden. »Maria, du hast es wirklich geschafft. Du hast mit 38 dein zweites Studium abgeschlossen«, dachte ich so bei mir.
Eine Stunde vorher sollte ich auf der Uni sein. Daher räumte ich schnell die Küche auf und ging dann ins Schlafzimmer, um mich umzuziehen...... schwarze Hose, schwarzer Blazer, ein rotes T-Shirt, dazu die Perlenkette und die Perlenohrstecker von meiner Großmutter. Ich hatte nicht so viele elegante Sachen zum Anziehen, da ich solche kaum brauchte, aber ich sah trotzdem ganz passabel aus. Ich zog meinen Mantel an und machte mich durch den Nieselregen auf den Weg zur Straßenbahn.
Bei der Uni angekommen, eilte ich durch den Haupteingang und über die große Treppe zum Festsaal. Es standen schon viele Leute vor dem Eingang des Saals. Ich erspähte meine Mutter. »Mausi, elegant siehst du aus«, meinte sie zur Begrüßung. Ich umarmte sie hastig. »Oh danke! Ich muss jetzt dort hinein, dort gibt es eine Einführung zur akademischen Feier. Wir sehen uns später«, sagte ich und deutete auf die Türe neben dem Festsaaleingang.
Während ich im Nebenraum zum Festsaal auf das weitere Geschehen wartete, überlegte ich, wer von meinen Verwandten, Bekannten und Freunden heute wohl noch kommen würde. Einer würde jedenfalls – wie schon so oft – durch Abwesenheit glänzen, mein Mann Thomas. Er hatte mir erklärt, er könnte sich nicht einfach so einen Tag freinehmen und von Berlin nach Wien kommen. Wir führten schon seit langer Zeit eine Fernbeziehung und hatten eigentlich nie wirklich zusammengewohnt. Als ich Thomas Anfang 1989 kennengelernt hatte, hatte er noch bei seinen Eltern gewohnt. Ich hatte damals schon meine 100 m2 große Eigentumswohnung gehabt. Er hatte allerdings nicht bei mir einziehen wollen. Dann, als wir gerade ein Jahr zusammen gewesen waren, eröffnete er mir, dass er gerne für ein Jahr nach Deutschland gehen wollen würde, um dort als Konstrukteur in der Luftfahrtindustrie zu arbeiten. Das hätte er immer schon wollen, aber in Wien keinen entsprechenden Job finden können. Jetzt hätte er ein konkretes Angebot in München. Wir hätten dann halt für ein Jahr eine Wochenendbeziehung. Ich war einverstanden gewesen. Aus einem Jahr wurden eineinhalb. Als wir Mitte 1991 geheiratet hatten, hatte er gemeint, er würde gerne noch länger in Deutschland arbeiten, er hätte jetzt einen Job in Hamburg in Aussicht. Er hatte aber versprochen, wieder ganz nach Wien zu ziehen, wenn wir ein Kind bekommen würden. Max wurde 1996 geboren. Mittlerweile hatten wir Ende 2000 und Thomas war immer noch in Deutschland, jetzt in Berlin. Dazwischen wechselte er gefühlt alle sechs Monate den Standort. Anfangs war Thomas noch jedes Wochenende nach Wien gekommen, dann wurden daraus zwei Wochen, drei Wochen, ein Monat. Dieses Jahr schließlich war er überhaupt erst zweimal da gewesen. Er erklärte, er könnte es sich im Moment aus finanziellen Gründen nicht leisten, öfter nach Wien zu kommen. Es würde aber bald alles anders werden – wieder so ein Versprechen.
So, jetzt sollte ich mich wohl besser wieder auf die Gegenwart und die gleich startende akademische Feier konzentrieren, anstatt trüben Gedanken nachzuhängen. Die Einführung zum Ablauf der Feier begann. Kurz darauf startete dann die Zeremonie. Es wurde »Gaudeamus igitur« gespielt, als wir in den Festsaal einzogen und uns dort vor den Sitzreihen aufstellten. Dann hielten Universitätsrektor, Dekan und Promotor jeweils eine Rede. Schließlich wurde jeder von uns einzeln mit Namen aufgerufen, musste der Universität mit »Ich gelobe« die Treue versprechen und erhielt dann die Rolle mit seiner Magisterurkunde. Zum Abschluss wurde die österreichische Bundeshymne gespielt.
Nach Ende der Feier blickte ich suchend ins Publikum, konnte aber außer meiner Mutter niemanden bekannten entdecken. Das konnte doch nicht sein. War sonst wirklich keiner gekommen? Einige hatten abgesagt, weil sie krank waren oder arbeiten mussten, aber wo war der Rest? Wo waren denn meine Uni-Kollegen, die mich dazu überredet hatten, an der akademischen Feier teilzunehmen? Wo waren alle anderen? Keiner da! Ich hätte mir das ganze Theater, Zeit und Geld sparen können. Ich hatte das ja alles schon mal zum Abschluss meines ersten Studiums mitgemacht. Ich war enttäuscht. Alles war ganz anders gelaufen, als ich es mir vorgestellt hatte. Ein zweites Studium abzuschließen war doch etwas Besonderes, das machte man doch nicht jeden Tag. Meine Umgebung sah das wohl anders.
Ich verließ die Universität zusammen mit meiner Mutter und begleitete sie noch zur Straßenbahnhaltestelle. Sie musste nach Hause, um sich um meinen nach einem Schlaganfall pflegebedürftigen Vater zu kümmern. Es hatte aufgehört zu nieseln, also beschloss ich zu Fuß heim zu gehen. Vielleicht würden ja die Bewegung und die frische Luft meinen Frust beseitigen. Mit meiner Dokumentenrolle in der Hand marschierte ich los. Schon nach ein paar Minuten spürte ich, dass mein rechter Schuh auf der Ferse drückte und scheuerte. Na toll, auch das noch. Nach einer halben Stunde gehen zu Hause angekommen zog ich meine Schuhe aus und bemerkte auf der rechten Ferse eine große Blase. Und auch meine Enttäuschung war nicht verflogen.
Mittlerweile war es 13 Uhr. Ich warf mich in Jogginghose und T-Shirt und hockte mich mit einem Joghurt vor den Fernseher. Vielleicht würde ja das helfen. Es liefen aber auf allen Sendern irgendwelche Talkshows, die mich allesamt nicht interessierten. Ich drehte den Fernseher wieder ab und beschloss mein Magisterdiplom einzurahmen und aufzuhängen. Einen großen Glasrahmen dafür hatte ich schon vor ein paar Tagen besorgt. Nachdem ich die Urkunde in den Rahmen getan hatte, hängte ich diesen neben meinem ersten Diplom an die Wand. Als ich die beiden Diplome so nebeneinander betrachtete, überkam mich kurz ein Gefühl von Stolz und Freude. Leider hielt das nicht sehr lange an.
Es war Zeit, Max vom Kindergarten abzuholen. Ich zog meinen Mantel an und ging den kurzen Weg dorthin. Wahrscheinlich erschien es mir nur aufgrund meiner miesen Laune so, aber Max brauchte ewig, bis er sich die Schuhe angezogen hatte. Ich musste mich sehr zurückhalten ihn nicht anzufahren, aber er war ja nicht schuld an meiner schlechten Stimmung.
Endlich aus dem Kindergarten draußen, sah ich, dass es wieder zu regnen begonnen hatte. Wir konnten somit nicht auf den Spielplatz gehen. Also musste ich Max daheim beschäftigen. Was für ein doofer Tag. Zuerst spielten wir mit der Holzeisenbahn, dann »Mensch ärgere dich nicht«, und danach bastelten wir Scherenschnitte. Schließlich wollte Max »Meister Eder und sein Pumuckl« auf Video schauen. Ich hatte ihm ein paar Folgen mit dem Videorekorder aufgenommen. Man soll ja Kinder nicht zu lange vor dem Fernseher sitzen lassen, aber heute lagen meine Nerven blank und ich warf daher alle meine guten Vorsätze über Bord. Ich wusste, er würde sich jetzt jede Folge dreimal anschauen wollen und wäre damit bis zum Abendessen beschäftigt.

Die Autorin

Marion Grass, Jahrgang 1962, studierte zunächst Mathematik und später dann Ernährungswissenschaften. Bis zu ihrer Pensionierung arbeitete sie viele Jahre in der Pharmabranche. Eine auf einer wahren Begebenheit beruhende Netflix-Serie brachte sie Ende 2020 auf die Idee mit dem Schreiben zu beginnen. Mit „800 Kilometer zum Regenbogen“ verfasste sie ihren ersten Roman. Sie ist Mutter eines Sohnes und lebt mit ihrer Partnerin in Wien.

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