Tödliches Zeiträtsel von Jack Monty

Tödliches Zeiträtsel

Details:

Genre:Krimi, Thriller
Format:Taschenbuch, eBook
Seiten:280
Distributor:Amazon KDP
ISBN/ASIN:978-1790900077

Inhalt:

Barkeeper und Gelegenheitsdetektiv Fabio Bennet – Band 4

Wieder ist Fabio Bennet – Barkeeper und Gelegenheitsdetektiv – in Südostasien auf der gefährlichen Suche nach einer verschwundenen Person. Heiko Phillips, Weltenbummler, Lebemann und Abenteurer, hat sich seit Monaten nicht gemeldet – obwohl eine Million Euro auf ihn wartet. Die Spur führt Fabio in ein Luxushotel nach Indien, ein ehemaliger Maharadscha-Palast mitten in den undurchdringlichen Mangrovensümpfen der Sunderbans. Dort macht er nicht nur Bekanntschaft mit einer ehemaligen indischen Schönheitskönigin, einem durchgeknallten Engländer mit einer Leidenschaft für Rätselspiele, sondern auch mit gefräßigen Krokodilen und einem tödlichen Komplott.

Leseprobe

Kapitel 1

Es war Montag, kurz nach fünf Uhr morgens in Berlin, und in der Lotus-Lounge hockten nur noch drei Gäste am Tresen. Zwei angetrunkene Gemälderestauratoren, die über Kunstfälscher debattierten, und eine depressive Steinbildhauerin, die ihren Alkoholisierungsgrad mit Madeira-Cocktails rasant steigerte.
Als ich der Bildhauerin ihren achten Cocktail serviert hatte, machte sich mein Handy bemerkbar. Ich blickte auf das Display, sah die Nummer meiner Chefin Annemarie und sagte: »Hallo, Fabio hier. Was gibt’s?«
»Guten Morgen Fabio«, trällerte sie, vom Alkohol überaus beschwingt. »Wann machst du Feierabend?«
»Wenn nichts dazwischen kommt in einer halben Stunde.«
»Wie war der Umsatz?«
»Mittelmäßig.«
»War prominente Kundschaft anwesend?«
»Nur die Sekretärin des Bürgermeisters, wenn du die als prominent einstufst.«
Zehn Sekunden herrschten Schweigen. Ich hatte das ungute Gefühl, dass gleich etwas auf mich zukommen würde, das mit Annemaries geerbter Detektei zusammenhing.
»Fabio, mein Bester«, zwitscherte meine Chefin zuckersüß. »Ich möchte dir etwas Wichtiges nach Feierabend erklären, aber nicht in meiner Cocktaillounge.«
»Um was geht’s?«, fragte ich misstrauisch.
»Lass dich überraschen?«
»Okay. Wo bist du?«
»Auf einer Party in der Bleibtreustraße.« Sie hielt kurz inne, nannte die Hausnummer und fügte hinzu: »Klingel bei Phillips und sage, dass du einen Termin mit Katharina Phillips hast.«
»Und wer ist Katharina Philips?«
»Sie hat kürzlich ein Hotel am Kurfürstendamm gekauft und ist meine neue Freundin.«
»Bis gleich«, sagte ich und unterbrach die Verbindung.
Eine knappe Stunde später stieg ich aus einem Taxi, passierte eine unbesetzte Neorenaissance-Portierloge, passend zur Fassade des Wohnhauses, und huschte in einen foyerartigen Eingangsbereich, aus dem ein Pärchen torkelte.
In der vierten Etage glitten die Scherengitter des museumsreifen Fahrstuhls langsam auseinander und ein Flur empfing mich mit prunkvoller Strenge. Ich ging zu einer dunklen Eichentür mit Jugendstilverzierungen, drückte auf einen löwenförmigen Klingelknopf und checkte mein Aussehen in einem Barockspiegel. Kurz drauf ging die Tür auf und ich blickte auf einen gereiften Herrn mit silbergrauen Locken.
»Sie wünschen?«, fragte der livrierte Herr, der anscheinend eine Mischung aus Empfangschef und Butler war.
»Mein Name ist Fabio Bennet. Ich habe einen Termin mit Katharina Phillips.«
»Bitte treten Sie ein«, tönte der Herr förmlich.
Er führte mich durch einen Korridor, der genügend Platz bot, um einen Cadillac darin zu parken.
Sekunden darauf stand ich in einem tanzsaalgroßen Wohnzimmer, eingerichtet mit antikem Mobiliar und modernen Kunstwerken, in dem das laut quasselnde Partyvolk von jazzig angehauchter Musik beschallt wurde.
»Warten Sie bitte einen Moment«, sagte der Livrierte und stolzierte in einen Nebenraum.
Mein Blick schweifte über Männer in Designerkleidung und Frauen mit Sex-Appeal und blieb bei zwei Damen mit misslungenen Gesichtszügen hängen, die so aussahen, als verehrten sie Schönheitschirurgen als Halbgötter und würden am liebsten in einem Land wohnen, in dem das Alter abgeschafft worden war. Von den Damen wanderte mein Blick weiter über einen langen Büffettisch, auf dem neben leeren Kaviardosen nur noch vertrocknete Käsebrötchen aufgereiht waren, und landete auf einem anderen Tisch mit einer Geburtstagstorte, umrahmt von Hundespielzeug.
Annemarie schwankte ziemlich betrunken im lindgrünen Hosenanzug heran. Sie küsste andeutungsweise meine Wangen, zeigte schwungvoll auf den Büffettisch und flötete: »Möchtest du was frühstücken?«
»Danke, ich nehme ein Whiskyfrühstück.«
»Ich auch«, gab sie zurück, führte mich zu einer Bar, hinter der uns eine Hostess im schulterfreien Minikleid anlächelte, und lallte: »Zwei doppelte Whisky auf Eis für uns.«
»Schottischen, irländischen oder amerikanischen?«, fragte die Hostess.
»Einen, der im Aroma zart ist und einen langen Abgang hat.«
Während die Hostess schottischen Whisky in zwei schwere Kristallgläser goss, fragte ich Annemarie: »Was ist das hier für eine Party?«
»Die Geburtstagsparty von Katharinas englischer Bulldogge.«
Die Hostess reichte uns zwei Gläser, in denen der schottische Glen Ord wie dunkler Bernstein schimmerte. Annemarie hielt ihr Glas hoch und sagte: »Die Farbe erinnert mich an mein volumenstärkendes Bier-Shampoo.«
»Schön«, gab ich zurück, nippte an meinem Whisky und sagte: »Verrate mir lieber, was du mir Wichtiges erzählen wolltest.«
»Ich brauche dich für etwas, das nur du managen kannst.«
Annemarie nahm einen kräftigen Schluck und blickte mich hoffnungsfroh an. »Das hört sich ja fast so an, als müsste ich wieder einen Ermittlungsauftrag für deine Detektei übernehmen«, entgegnete ich.
»Ja, aber das ist nur ein Suchauftrag.«
»Was ist mit dem neu eingestellten Auslandsermittler?«
»Dem habe ich gekündigt, weil er zu viele private Bar- und Restaurantbesuche über sein Spesenkonto abrechnete.«
»Und wo willst du mich hinschicken?«
»Nach Kalkutta.«
»Vergiss es. Du hast mich als Barkeeper in deiner Cocktaillounge eingestellt und ich habe keinen Bock mehr auf lebensgefährliche Auslandsermittlungen.«
»Ich habe doch niemanden in meiner Detektei, der den Auftrag übernehmen könnte«, zirpte sie weinerlich mit gespielter Kleinmädchenstimme. »Du bist meine Rettung. Außerdem habe ich den Auftrag bereits angenommen.«
»Dann mach es rückgängig.«
»Das geht nicht, dann verliere ich mein Gesicht.«
Mehrere Sekunden verstrichen, in denen ich nach einer Ausrede suchte.
Sie tönte zuckersüß: »Ich schenke dir auch ein fabrikneues Dupont-Feuerzeug, das sechstausend Euro wert ist. Das ist übrigens das neuste Modell von Dupont.«
»Das hast du bei einer Tombola auf einer Wohltätigkeitsveranstaltung gewonnen.«
»Das ist doch ein hochwertiges Geschenk.«
»Stimmt, aber ich brauche kein neues Feuerzeug.«
Annemarie sah mich abschätzend an. »Komm schon, nimm den Auftrag an. Du musst doch nur jemanden ausfindig machen.«
Ich winkte ab.
»Ich bezahle auch die Reparatur, wenn dein alter Jaguar mal wieder den Geist aufgibt.« Sie machte eine gönnerische Geste.
»Der wurde gerade repariert.«
»Dich scheint ja heute gar nichts zu beeindrucken.«
Ich nippte an meinem Whisky. »Stimmt, denn deine Angebote entsprechen nicht meiner Vorstellung.«
Sekunden darauf sauste Annemaries Hand mit sechs einmal gefalteten Fünfhunderteuroscheinen zu meinem Gesicht hoch. »Entspricht das deiner Vorstellung?« Sie schob die Scheine in meine Hemdtasche. »Das sind dreitausend Euro.«
»Leg noch zweitausend drauf.«
»Die bekommst du morgen.«
»Okay, du hast mich beeindruckt.«
Eine Frau im dunklen Nadelstreifenkostüm mit elfenbeinhellem Teint und bronzefarbenem Lidschatten stöckelte zielstrebig auf uns zu. Sie war eine schlanke Frau mittleren Alters, die wie eine selbstsichere Geschäftsfrau aus einem Werbespot wirkte.
Als sie vor uns stand und erwartungsvoll lächelte, deutete Annemarie mit ihrem Glas auf mich. »Das ist Fabio, mein Barkeeper und Ermittler, der gelegentlich für meine Detektei Auslandseinsätze übernimmt.«
Die Frau schüttelte kräftig meine Hand und sagte: »Ich bin Katharina. Spricht was dagegen, dass wir uns duzen?«
»Nein.«
»Gut, dann kommt bitte mit.«
Wir folgten Katharina durch einen schmalen Flur und betraten ein hell beleuchtetes, chaotisch aussehendes Büro. Ein langer Holztisch diente als Schreibtisch, umstanden von verchromten Designerstühlen mit schwarzem Leder.
»Setzt euch«, forderte Katharina uns auf und lehnte sich an den Tisch.
Wir nahmen auf den Designerstühlen Platz und mein Blick wanderte über den mit Computerausdrucken bedeckten Schreibtisch, auf dem zwei große PC-Monitore, volle Aschenbecher, leere Champagnergläser und drei goldbraune Gucci-Schuhkartons standen.
Katarina musterte mich und fragte: »Also Fabio, was brauchst du, um meinen Bruder in Kalkutta zu finden?«

Der Autor

Jack Monty ist das Pseudonym eines Berliners Autors, der Abenteuerthriller mit exotischem Flair schreibt. Nach Jobs in der Gastronomiebranche und einem Karriereversuch in der abstrakten Malerei reiste er neun Monate durch Südeuropa, Nordafrika und Asien. Später lebte er achtzehn Jahre mit wechselnden Jobs in Südostasien. Längere Aufenthalte verbrachte er in Hongkong, Singapur und Thailand, auf den Philippinen und Bali.

Statt gradliniger beruflicher Laufbahn ein Potpourri aus Fassadenmonteur, Komparse, Fotograf, Kauhausdetektiv, Yachtüberbringer, Schatzsucher, Ressortmanager auf einer Tropeninsel, Restaurant- und Nachtklubbesitzer, Projektleiter für eine Expeditionsfirma.

Seit einigen Jahren ist Berlin die Stadt, von der aus er immer wieder auf Reisen geht.

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