Buchcover zu Schattengeflüster von Selena M. - Genre: jugendbuecher, fantasy

Schattengeflüster

Details:

Genre:Fantasy, Jugendbücher
Format:Taschenbuch, eBook
Seiten:707
Verlag:BookRix, Eigenverlag
ISBN/ASIN:978-1520987712

Inhalt:

Mit Malesh als Protagonisten erzähle ich seine Geschichte, die ihn vor die größte Herausforderung seines Lebens stellt, ob im privaten Bereich, sowie er auch sein Geschick als Diplomat, Krieger und Schattenwesen unter Beweis stellen muss. Seine Fähigkeit, Finsternis zu weben, kommt ihm bei der bevorstehenden Mission zugute, doch auch sonst versteht es Malesh wie kein Zweiter, im Verborgenen zu agieren und notfalls dem Schicksal durch geschicktes Taktieren auf die Sprünge zu helfen.

Wie in den beiden vorangegangenen Büchern, so ist auch diese Geschichte in sich abgeschlossen, dabei weniger verträumt, als eher undurchsichtig, kühl und frostig wie die Eislande, dann wieder sanft und einfühlsam erzählt.Wie auf jeder Abenteuerreise, so flossen auch hier einige neue Charaktere ein, die für ein wenig Auflockerung sorgen.

Schattengeflüster bot reichlich Platz und Gelegenheit, um neben Magie und kriegerische Auseinandersetzungen auch zum ersten Mal etwas mehr Schatten und Geheimnisse einzubauen, die es zu lüften gilt. Für Malesh, dem Volk der sagenumwobenen Schattenwesen angehörig, somit genau das Richtige, um als verdeckter Ermittler zu arbeiten.

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Leseprobe

Nachdem wir das Tor passiert hatten, warf ich einen Blick zurück über meine Schulter. Franthesh zappelte mit seinem Oberkörper herum und wollte von Travnéel endlich freigelassen werden, um vom Pferd abspringen zu können. Währenddessen saß Noál ab, als auch schon zwei ältere Männer auf uns zukamen, um uns zu begrüßen.
„Eine friedliche Nacht und ein klarer Sternhimmel, werte Herren. Wie können wir Euch behilflich sein?“
Noál verneigte sich höflich.
„Wir kommen von der Stadt der Lichter. Noál ist mein Name und dies sind meine Begleiter, Herr Malesh und Herr Travnéel vom Hohen Rat in Nathnáal. Ebenso reist … ahm, … Herr Franthesh als Abgesandter der Reijiesh mit uns. Da wir in Eile sind, bitten wir noch heute Abend um ein Gespräch mit dem Headan Allean in einer wichtigen Angelegenheit.“
„Ich bin kein …“, begehrte Franthesh laut auf, als plötzlich seine Stimme brach und er nur noch ein Gurgeln hervorbrachte. Wütend sah er zu Travnéel, der seine Stimmbänder blockiert hatte. Beschwichtigend legte dieser ihm eine Hand auf die Schulter. Es sah aus, als würde ein Vater seinem jungen Sohn beschützend beistehen.
„Verzeiht“, sprach der Wortführer, ein grauhaariger, vom Alter gebeugter Mann. „Ich erkannte Euch nicht sofort, Herr Noál, Sohn des Headan Hhaddrash~é~Che~Lenja. Das Alter lässt meine Augen trübe werden, ebenso wie Eure blonden Haare in die Irre führen können.“
Noál nickt dem Mann freundlich zu. „Meine Mutter war von Eurem Volk. Sie vererbte mir die blonden Haare der Re~Heresh. Ich weiß, es ist bereits spät. Wäre es dennoch möglich, noch heute mit dem Herrn Allean zu sprechen?“
„Selbstverständlich. Nur ist leider nichts auf Eure Ankunft vorbereitet. - Raddash, kümmere du dich um die Pferde und bringe sie in die Stallungen, während ich die Hohen Herren zu dem Headan führe. - Kommt! Es ist nicht weit von hier.“
Schweigend folgten wir dem Mann, was mir genug Zeit verschaffte, um mich eingehend umzusehen. Der ovale Innenhof war gut gepflastert, was nicht weiter verwunderlich war. Es hatte schon immer einige abenteuerlustige Meister der Gesteine gegeben, die ab und an in den Norden gereist waren, um dort für eine Weile ihre Dienste anzubieten. Von allen Völkern Keshenjas waren sie seit jeher als recht umtriebig bekannt, was auch den immerwährenden Handel mit den Südländern erklärte.
Im Innenhof befanden sich zahlreiche Gebäude, die allesamt in der Nähe der Mauer ringsum erbaut worden waren. Bäume und Sträucher sorgten für ein wenig natürliches Ambiente in der eher kargen Anlage. Die Re~Heresh liebten Effizienz. Das fing mit dem Schiffsbau an und hörte mit ihrer Kleidung auf, die zwar durchwegs ordentlich gepflegt war, doch vor allem dazu diente, sich vor allzu viel Regen und Stürmen zu schützen. Neben den Che~Oshán waren sie die Einzigen meines Wissens, die Pelze und sogar Lederumhänge bei nasskalter Witterung trugen.
Das große dreistöckige Gebäude in der Mitte des Innenhofs musste der Sitz des Herrn Allean sein. Umgeben von einem beeindruckenden Kreuzgang, dessen runde Stützsäulen das Dachgewölbe trugen, führte er nach fünfzig Schritt zu wuchtigen Torflügeln, die weit nach innen geöffnet waren. Je links und rechts standen zwei Zierbäume in klobigen Steintöpfen, die allmählich ihre Blätter aufgrund der nahenden Kalten Jahreszeit ablegten. Kaum etwas in diesen Gemäuern war verspielt oder mit hübsch angelegten Gärten und idyllischen Parkanlagen angereichert. Stattdessen wirkte die Umgebung kalt, als hätte man den Sitz des Headan dem rauen Seeklima angepasst. Obwohl Säulen und Stützpfeiler durchaus mit fragilen Ornamenten versehen worden waren, blieben sie dennoch seltsam nüchtern in Erscheinungsbild und Ausstrahlung.
Sobald wir das Innere des Hauptgebäudes betreten hatten, befanden wir uns in einer riesigen Mittelhalle wieder. Eine breite Treppe führte in die oberen Etagen. Vier mannshohe Kerzenständer zu je beiden Seiten flankierten den Weg dorthin. Mehr als fünfzig Kerzen mussten es sein, die entfacht die gesamte Halle mit ihrem sanften Schein erhellten.
Der ältere Mann gebot uns zu warten, bis er den Headan verständigt hatte. Langsam mühte er sich die Stufen hoch, wobei der Verdacht aufkam, ob er nicht womöglich bereits an altersschwachen Knochen litt.
Travnéel hatte mittlerweile Franthesh Stimmbänder wieder gelöst. Verärgert griff sich dieser an den Hals und starrte zu seinem Dienstherrn hoch.
„Das war vollkommen unnötig. Ich wollte den Mehedan lediglich berichtigen. Sicherlich war es ein Versehen von ihm, mich mit dem Titel eines Herrn vorzustellen.“
„Das war kein Versehen“, schmunzelte Noál. „Man hätte Euch nicht vorgelassen, hätte ich Euch lediglich als Franthesh, den Händler, vorgestellt. Nun, da Ihr mit uns reist, solltet Ihr an den wichtigen Gesprächen allerdings teilhaben. Somit hat Euch Travnéel einen Gefallen getan.“
„Einen Gefallen nennt Ihr das also! Mich räuspernd und gurgelnd herumstehen zu lassen, sieht wohl kaum nach dem souveränen Auftritt eines Herrn aus. Ihr hättet mich wenigstens warnen können.“
„Hätten wir, aber die beiden älteren Herren hätten unsere Gedanken gelesen und gewusst, dass ich nicht ganz ehrlich war. Verzeiht bitte, Franthesh, doch es ist nicht leicht, mit einem Mehedan, einem Krieger und einem Magier unterwegs zu sein. Ihr werdet Euch sicher noch daran gewöhnen.“
„Kann ich mir so leider gar nicht vorstellen. Ich muss verrückt gewesen sein, mich auf so etwas einzulassen. Unzurechnungsfähigkeit, die ich einzig meiner Liebe zu flauschigen, weichen Pelzen zuzuschreiben habe.“
„Alles hat seinen Preis“, grinste Travnéel, wurde jedoch sogleich wieder ernst, als der ältere Herr oben am Treppenabsatz erschien und uns zu sich winkte.
Während Noál und Travnéel vorangingen, folgte ich mit dem Reijiesh hintennach. Die mehr als zwanzig Stufen nach oben waren für den Kleinwüchsigen nicht gerade einfach zu bewältigen, aber wie so oft benutzte man bei schwierigerem Gelände die geringere Anziehungskraft unseres Planeten.
Die Geländer waren aus reinem Mehdorn-Holz gezimmert und so fragil geschnitzt, dass sie allein der Verschönerung dienten. Zum Festhalten eigneten sie sich weniger, falls man sich ernsthaft darauf stützen wollte. Die Re~Heresh waren für ihre Schnitzereien bekannt. Es war ihre Art, Häuser und Möbel in der rauen Landschaft einen Hauch von kunstvoller Ästhetik zu verleihen. Selbst die Dach und Stützsparren der Wohnhäuser wiesen zahlreiche Ornamente auf. Ob Spielzeug für Kinder oder Holzrahmen für Stühle, alles wurde in liebevoller Handarbeit hergestellt.
Im oberen Stockwerk angekommen, wandten wir uns nach rechts, liefen einen breiten Gang entlang und kamen schließlich vor einer mit Holz verkleideten Doppeltür an. Der ältere Herr legte seine Hände an die Türgriffe und öffnete sie nach innen. Anschließend ließ er uns vortreten und schloss die Tür hinter uns. Dass es hier so zahlreiche Türen überhaupt gab, lag an dem immerwährenden Luftzug, der über die Häuser strich oder sich durch die Fenster stahl. An sich mochten wir keine geschlossenen Räume, obgleich es in bestimmten Gegenden unerlässlich war, sie aufgrund der vorherrschenden Witterung bisweilen geschlossen zu halten.
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Die Autorin

Die Autorin schreibt unter dem Pseudonym Selena M. Geboren im Jahr 1966, begann sie bereits in jungen Jahren mit ersten Schreibversuchen. Als bekennende Vielleserin seit der Kindheit, wechselten die Genres von Tolstoi bis Heinrich Böll, zu Horror-Romanen und Thriller bis hin zu Geschichtlichen Romanen und Fantasy-Büchern. Die Autorin lebte ein Jahr in den USA, die sie auch später noch gerne auf Urlaubsreisen besuchte.

Mittlerweile ist sie alleinerziehende Mutter eines inzwischen 19-Jährigen Sohnes.

Ihre Interessen liegen vor allem in politischen Verwicklungen, Religion und Spiritualität, Verstrickungen von zwischenmenschlichen Beziehungen und individuelle Kreativität.

"Nichts lehrt ein Leben nachhaltiger und tiefgreifender als das Leben selbst"

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