Buchcover zu Lorai – Hurra, endlich tot! von Le. Alex Sax - Genre: fantasy

Lorai – Hurra, endlich tot!

Details:

Genre:Fantasy
Format:eBook
Seiten:275
Verlag:Eigenverlag
ISBN/ASIN:B0785HSP6C

Klappentext:

Endlich tot, dachte Lorai zufrieden, als sie sterbend von der Kloschüssel kippte. Doch die Alte freute sich zu früh.

»Erzähl mir dein peinliches Leben«, flüsterte ihr jemand ins Ohr.
»Ich soll beichten? Wer zum Teufel bist du überhaupt«, knurrte Lorai erstaunt.
»Der Tod steht zu Diensten, Madame. Aber bevor du redest, erkläre ich dir unsere AGBs!»
»Wer ist wir?«, krächzte sie in den Raum.
»Na, die Leichengewerkschaft natürlich. Also lass uns anfangen, ich habe bald Feierabend.« Gespannt schwebte er über ihr.
»Einer der Leute abmurkst erteilt mir Anweisungen? Vergiss es!« knurrte Lorai.
Grinsend schnippte der Todesengel mit den Fingern. »Lasset die Spiele beginnen!«

Niemals hätte Lorai gedacht, dass sterben derart nervtötend sein kann. Vergnügt führt der Tod seiner Kundin ihr schräges Dasein vor Augen. Aber sie unterwirft sich nicht einfach seinen morbiden Wünschen, sondern startet einen Gegenangriff. Wird sie den Kampf gewinnen?

Mit einer erfrischenden und sehr humorvollen Sprache erzählt die Autorin von Lorais ungewöhnlichem Leben. Es ist eine Geschichte des heimlichen Wahnsinns, versteckt in Lebensepisoden, die für gewöhnlich im Dunkeln bleiben.

Petra Seitzmayer

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Leseprobe:

Ich sass schweigend in Evis Schlafzimmer. Sie präparierte gerade mein Gesicht, bis es aussah wie ein totes Tier. Verschönern nannte die Freundin so was. Ich musterte das Resultat entgeistert im Spiegel.
Als Nächstes zog Evi mir einen omahaften grauen Hosenrock mit Plisseefalten über den mageren Hintern. Darüber den wollenen Schwangerschaftspullover ihrer Mutter. Mit der Kleidung waren meine weiblichen Rundungen verschwunden. Die roten Haare propfte sie mir nestartig auf den Kopf und legte gekonnt meine Segelohren frei. Der leuchtend blaue Lidschatten mutete eher wie ein Unfall, denn eine Verschönerung an.
Zu allem Übel kam Evi noch mit Lederstiefeln an. Ich sah aus wie eine peitschenschwingende Fledermaus im Koksrausch! Sämtliche Männer würden in Scharen vor mir flüchten.
Ich kräuselte die jetzt blutroten Lippen und stand stumm inmitten der illustren Gästeschar. Evi sah hinreissend aus in dem durchsichtigen silbernen Seidenkleidchen. Ihr schwarzer Stringtanga liess die Pobacken beim Laufen wie Pudding schwabbeln. Fasziniert starrte ich darauf. Das Stück Stoff über dem Rektum erfüllte mehr den Zweck eines Pupsfilters als den einer komfortablen Unterhose.
Trotz Evis erotischem Fähnchen entwickelte ihr Geburtstagsfest keine nennenswerte Spannung. Die Gäste schwebten schweigend im Luxusmodus und balancierten stinkende Kaviarhäppchen in den manikürten Händen. Ich hasste die fischig riechende Marmelade. Obendrein passte ich mit meiner merkwürdigen Aufmachung definitiv nicht in diese elegante Gesellschaft. Evis Plan, mich runterzumachen, funktionierte perfekt.
Die Gastgeberin fing an, Präsente auszupacken. Gespannt wartete ich, bis sie endlich mein Geschenk aufriss. Evi reagierte, als kröche ihr eine Ratte in den Schlübbi.
Die grelle Plastikhandtasche mit Tigermuster sah genauso desaströs aus, wie sie sollte. Das Gebilde stellte ein einziges, peinliches Streifendesaster dar. Evi stotterte entsetzt ein Dankeschön und warf das Ding angeekelt auf den nächsten Stuhl.
In die konsternierte Stille hinein erklärte ich, dass es jene Tasche vom gestrigen Einkauf sei, die ihr an mir so gut gefallen hatte. Sogleich breitete sich ein schockiertes Raunen im Raum aus. Evi erblasste vornehm. Unangenehm berührt redeten die Eingeladenen durcheinander. Gekonnt ignorierten sie dabei meine Anwesenheit, bis der Hummer serviert wurde. Das Vieh starrte mit trüben Augen anklagend in die Luft! Wieso stierte das Biest mich an?
Bald darauf kam wie erhofft Evis Köter an den Tisch geschlichen. Ein chinesischer Chow-Chow. Alle fanden ihn hinreissend mit seinem flauschigen Fell.
Ich nutzte die Pause im Gesprächsgetümmel und erzählte der Geburtstagsgesellschaft ohne ersichtliche Motivation, weshalb Asiaten bevorzugt Hunde verspeisten. Vergnügt veranschaulichte ich das Rezept für ein spezielles Hunderagout mit der dazugehörigen Tötungsart der Fellnasen. Die Menschen erhängten die Viecher mit Vorliebe in Käfigen oder an Bäumen.
Evi unterbrach würgend den Vortrag, indem sie auf das teure Designersofa reiherte. Ihre Töle guckte ungerührt zu, entschied, die Kotze sei einladend, und leckte sie auf. Ich futterte mich derweil grinsend durchs Dessertbuffet, da offensichtlich sonst keiner Lust auf die Törtchen verspürte.
***
»Na, die Story ist doch unterhaltsamer als das Filmchen vorher.« Mit einem lauten Pups unterstrich Lorai die Feststellung.
»Erheiternder auf jeden Fall! Deine kleine Rache an der Freundin, die dich leimen wollte, entspricht absolut meinem Humor. Warst du da ein Teenager? Du wählst zeitlich willkürlich aus, was dir in den Sinn kommt. Chronologisch wäre einfacher.«
»Gibt es Verständnisprobleme? Ich dachte, du hast alles im Griff!«, feixte sie.
»Ach«, seufzte der Tod, »bei der Menge an Leben gerät mein Gedächtnis öfters ins Schleudern. Ein Ereignis nach dem anderen hilft mir, Erinnerungen korrekt abzurufen.«
»Das ist das Alter, mein skelettierter Freund, das kenne ich«, kicherte Lorai. »Sag, ist Evi schon tot?«
»Die Dame wurde von mir vor Jahren eingesammelt. Sie nervt im Jenseits munter weiter. Erfreulicherweise darf der Teufel die Unterhaltung geniessen. Aber da du jetzt an mich glaubst, kommen wir zur nächsten Episode«, lächelte der Knochenmann hinterlistig.
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Die Autorin

Der Lebenslauf, so überflüssig wie ein Pickel!

Ein Autor muss ihn verfügbar machen, seinen Werdegang auf Papier. Dabei ist er meist so entbehrlich wie ein Eiterpickel auf dem Hintern. Trotzdem wünschen Verlage und Bücherplattformen diesen Zusatz. Lässt sich das Geschriebene so besser verkaufen? Nein, es interessiert die Leser nicht, sie wollen eine gute Geschichte und nicht die Unterhosengrösse des Verfassers. Die Vita würde höchstens etwas bringen, wenn ein Serienkiller Thriller verhökert, deren Inhalt er vorher gründlich ausprobiert hat. Glücklicherweise ist das eher selten der Fall.

Ausnahmen sind natürlich Urheber von Sachbüchern. Dennoch kommen auch die übrigen Schriftsteller nicht um das einfallslose Thema herum. Ich habe das Problem anders gelöst wie Sie sehen, um Leser nicht zu Tode zu langweilen.

Das gilt ebenfalls für das fehlende Foto. Hier stelle ich mir vor, wie Bücherwürmer gierig bluttriefenden Horror konsumieren, mit dem Bild eines Krawatten tragenden Buchhaltertyps auf dem Umschlag.

Geht mit diesem Wahn, alles in die Öffentlichkeit zu tragen, nicht das Geheimnisvolle verloren? Ich finde schon!

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