Ein B steht selten allein: 31 Storys für jede Lebenslage von Bettina von Hobe | Indie-Autoren Bücher
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Ein B steht selten allein: 31 Storys für jede Lebenslage von Bettina von Hobe

Ein B steht selten allein: 31 Storys für jede Lebenslage

Details:

Genre: Kurzgeschichten
Format: eBook, Taschenbuch
Seiten: 222
Distributor: Books on Demand
ISBN/ASIN: 978-3754373835
Bewertungen: Bisher noch keine BewertungSchreibe etwas über das Buch

Klappentext:

Dieses Buch nimmt den Leser mit auf eine abwechslungsreiche Reise quer durch verschiedene Genres. Hier macht er unter anderem Bekanntschaft mit Cyber-Omis, gespenstischen Verlobten, tierischen Polizeiverbündeten oder erlebt die erstaunliche Wandlung eines Ex-Präsidenten.

Nachdenklich bis tragisch. Komisch bis bissig-satirisch. Kriminalistisch. Spannend.

Geheimnisvoll. Märchenhaft.

31 Kurzgeschichten zum Lachen, Weinen, Nachdenken und Wundern.

Inhalt:

Die Texte sind mit viel Liebe und Freude entstanden. Sie fanden Ende November 2021 ihren Weg in die Öffentlichkeit.

Allen Leserinnen und Lesern wünsche ich unterhaltsame Momente mit den teils witzigen, teils nachdenklichen und hoffentlich auch spannenden Geschichten.

Neben den Stories zum Lachen erwarten Sie Themen wie Ausgrenzung, Verlust oder Einsamkeit. Ebenso findet das ein oder andere Mysteriöse einen Platz. Und gleich in der ersten Geschichte bekommen Sie es mit Mord zu tun. Lassen Sie sich überraschen.

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Leseprobe

DREI IN EINS

Pleite! Zu allem Übel war jetzt auch noch seine kostspielige Frau dahintergekommen. Die packte gleich ihre Koffer, nachdem sie einem heftigen Wutanfall freien Lauf gelassen hatte. Der nunmehr mittellose Helge saß vor dem Foto seines verstorbenen Vaters und hielt einsame Zwiesprache mit dem Dahingeschiedenen. Zu Lebzeiten war dieser ein gewitzter Geschäftsmann gewesen, der Helge in seiner misslichen Lage jetzt sicher mit Rat und Tat unterstützt hätte.

Helges Blick fiel auf die Konservendose Campbell's Tomato-Soup, original aus dem Jahr 1962. Die Rarität war auf Vaters Schreibtisch neben dem Telefon platziert.
So oft Helge das Foto auch betrachtet hatte, die Dose darauf war ihm nie aufgefallen. Typisch für Papa! Er hatte auf dieses Kleinod immer sorgsam achtgegeben.
»Für schlechte Zeiten«, hatte er mitunter gesagt und dabei bedeutungsvoll gezwinkert.
»Die Zeiten könnten kaum schlechter sein«, klagte der Pleitier und schickte einen Stoßseufzer hinterher.
Dann, einer Eingebung folgend, marschierte Helge hinunter in den Keller. Die Suppe musste dort noch irgendwo lagern. Er kramte in Schränken und Kisten, bis er endlich die Konserve in den Händen hielt. Schließlich betrat er die Küche und fingerte einen Dosenöffner aus der Besteckschublade.
Der Inhalt war nicht der Erwartete. Statt roter Brühe, nach all der Zeit vermutlich verdorben, erblickten seine Augen ein weißes Pulver. Zucker! Wieso denn Zucker? Oder war es Salz?
Helge bohrte seinen angefeuchteten Zeigefinger in die noch nicht identifizierte Masse und schleckte die Substanz ab. Seine Stirn legte sich in Falten, denn es handelte sich weder um das eine noch um das andere. Abwechselnd betrachtete er seinen Finger und das Pulver in der Suppendose. Sieht aus wie Schnee, dachte Helge.

Just kam ihm ein unerhörter Verdacht.

»Papa, du Schlitzohr. Das hätte ich niemals von dir erwartet«, wetterte er entrüstet. Was fing er mit dem Zeug jetzt an?
Verkaufen? Diese Idee verwarf Helge sofort wieder. So etwas machten nur Kriminelle.
Papa posthum zu denunzieren, kam auch nicht in Frage. Andernfalls hätte er den Stoff der Polizei übergeben.
Also blieb nur eine Option. Ab in den Müll mit dem unliebsamen Fund. Noch bevor er den Deckel des Abfalleimers geöffnet hatte, erinnerte Helge sich daran, dass man Drogen im TV immer in der Toilette entsorgte. Da zeigte es sich wieder einmal, Fernsehen bildete.
Auf dem Weg Richtung WC fiel ihm aus heiterem Himmel sein alter Sandkastenfreund Luigi ein. Mit dem hatte er lange nicht mehr gesprochen. Helge stellte die Dose erst mal beiseite und wählte die Nummer seines Buddys.

Luigi freute sich über den Anruf und noch mehr über die Aussicht auf ein lukratives Geschäft. »Ich spreche mit der Familie«, sagte er und gab Anweisungen.
»Aha«, wiederholte Helge die Instruktionen. »Zehn-Gramm-Portionen abwiegen, in kleine Plastiktütchen füllen und verschließen.« Das war alles!
Schon abends käme ein Kurier vorbei, um die Ware abzuholen. Luigi sicherte Helge ein Honorar von zwanzigtausend Euro zu. Gar nicht mal so schlecht in Zeiten der Not, fand dieser.
Luigi war ein netter Mensch, sinnierte Helge. Immer so hilfsbereit. Die ganze sizilianische Großfamilie hatte eine ausgeprägte soziale Ader. Voller Hingabe unterstützten sie Restaurantbetreiber und Kneipenwirte in Sicherheitsfragen.

Helge stellte die benötigten Utensilien zusammen. Ein Tablett sowie die Dose mit dem Pulver. Als Briefmarkensammler lagerte er sogar kleine Plastikhüllen. Es fehlte nur noch etwas zum Abwiegen.
Wozu lange Suchen? Es gab jemanden, den er fragen konnte: »Mama Mia«, rief er. »Wo finde ich die Küchenwaage?«
Mama Mia war seit Jahren die gute Seele im Hause Oswald. Unbemerkt wie die Heinzelmännchen sorgte sie Tag für Tag für eine wohnliche Atmosphäre und strahlende Sauberkeit. Diskret hielt sie sich stets im Hintergrund.
»Unten links im Schubladenschrank, Chef«, kam prompt die Antwort aus dem hintersten Winkel des Hauses.
»Danke Mama Mia«, rief Helge dem emsigen Hausgeist zu und stellte die Waage zu den anderen Gegenständen auf das Tablett.

Endlich saß er vollständig ausgerüstet auf dem Sofa. Bereit für die Abfüllaktion.
Dem standen einzig und allein seine Grübeleien im Wege. Die veranlassten ihn auch dazu, sich völlig geistesabwesend wieder zu erheben. Das Tablett auf seinen Knien hatte er dabei komplett vergessen. Alles flog im hohen Bogen auf den Teppich.
Helge schlug sich die Hände vors Gesicht. »Oh, no!«, schrie er aus und traute sich gar nicht, hinzuschauen. Vorsichtig lugte er zwischen zwei Fingern hindurch und sah das Dilemma.
Um Fassung ringend meinte er, ein Tropfen Alkohol zur Beruhigung wäre ratsam, bevor er alles wieder in Ordnung brächte.
Die letzte Flasche seiner bevorzugten Rotweinmarke befand sich ebenfalls im Keller.
Dort unten griff Helge außerdem zu Kehrschaufel und Besen, um damit das Kokain zurück in die Dose zu befördern. Ein wenig Staub darin sollte kein Problem darstellen, es sei denn für einen Allergiker.

Helge, nicht bekannt für seine Schnelligkeit, hatte einige Minuten Zeit benötigt, bis er wieder im Wohnzimmer eintraf. Dort traute er seinen Augen nicht. Der Fußboden war porentief rein. Das Tablett mit den Utensilien stand wieder ordentlich auf dem Tisch.
Um Himmels willen! Sofort rannte er in die Küche und suchte nach Mama Mia. Zu spät. Die sah er nur noch durch das Fenster freundlich winkend in ihrem Cabrio davonbrausen. Er winkte zurück und erklärte seine fleißige Haushälterin zu einem übereifrigen Trampel.
Hoffentlich hatte sie nicht obendrein den Beutel ausgewechselt, überlegte er und schleppte den Staubsauger stöhnend ins Wohnzimmer.

Auf irgendeine Art musste er das Zeug in die Tütchen bekommen. Zuvor öffnete er aber die Weinflasche, schenkte sich ein und kippte das Glas mit dem edlen Tropfen in einem Zug hinunter. Langsam entspannte er sich. Draußen dämmerte es schon.
Während Helge darüber nachdachte, wie er dem Saugmonster zu seinen Füßen das begehrte Pulver wieder abringen konnte, positionierte sich im Garten der Drogenkurier und richtete das Zielfernrohr seines Gewehres aus. Ein schallgedämpfter Schuss reichte aus, um zum Nulltarif an die Ware zu kommen.
Derweil wurde es Helge flau im Magen. Sein Zustand war bedenklich. Das Herz raste. Das Atmen fiel ihm schwer.
Schlagartig war das letzte Licht des Tages der nächtlichen Dunkelheit gewichen. Ein paar Stunden nur und ein neuer Tag bräche an. Das war so sicher wie das Amen in der Kirche. Nur nicht für Helge, der musste nun den Löffel abgeben.

Die kluge Ehefrau sorgt vor. So auch Frau Oswald. Seit dem Abschluss der hohen Lebensversicherung für ihren Gatten hatte sie für alle Fälle ein Fläschchen Gift in ihrem Kosmetikkoffer deponiert. Die Anwendung war todsicher, wie der Verkäufer im Darknet glaubhaft versichert hatte. Frau Oswald war äußerst zufrieden mit der unkomplizierten und freundlichen Abwicklung des Handels. Deshalb bewertete sie den Anbieter mit fünf Sternen und dem Kommentar: jederzeit gerne wieder!
Es war nicht schwierig gewesen, die Rotweinflasche mit dem Wirkstoff zu präparieren. Bei ihrem Auszug hatte sie das Haus dann mit dem guten Gefühl verlassen, in naher Zukunft wieder über ausreichend finanzielle Mittel zu verfügen.

Helge kämpfte seinen finalen Kampf. Mühsam erhob er sich ein letztes Mal vom Sofa. Das Zimmer war hell erleuchtet. Zum Sterben eher unpassend. Aber des einen Leid, des anderen Freud. Denn dem Schützen im Garten erleichterte es die Arbeit. Es war ein sauberer Schuss direkt ins Herz. Die Kugel traf gleichzeitig mit dem Herzstillstand ein, den das Gift im Wein ausgelöst hatte. Was für ein Timing!
Helge stürzte unglücklich. Bevor auch das Gehirn endgültig abschaltete, knallte er mit dem Hinterkopf höchst übel auf den Staubsauger. Die tödliche Kopfverletzung fiel unter den gegebenen Umständen überhaupt nicht ins Gewicht. So war Helge nun mal. Immer tollpatschig.

Seine letzte Station war der kühle Keller der Pathologie. Die Leiche auf dem Tisch gab Rätsel auf. Todesursache und -zeitpunkt konnten nicht zweifelsfrei geklärt werden.

Deswegen verweigerte die Lebensversicherung die Auszahlung. Die Witwe war außer sich.
»Natürlich!«, fluchte sie erbost. »Auf Helge konnte ich mich noch nie verlassen!«

Die Autorin

So bunt und vielseitig wie ihre Heimat Nordrhein-Westfalen sind auch die Geschichten, die sie schreibt. Die Autorin lebt mit ihrem Ehemann am Rande des Ruhrgebiets. Das Zuhause teilen sie sich mit zwei Katzen. Im Jahr 2018 stürzte sie sich nach einer langen Schreibpause erneut in das Abenteuer Schreiben. Seitdem skizziert sie phantasievoll und einfühlsam den alltäglichen Wahnsinn auf unterschiedlichste Weise in ihren Geschichten.

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