Buchcover zu Schatten vergessen nichts von Marvin Bauer - Genre: krimi

Schatten vergessen nichts

Details:

Genre:Krimi
Format:Taschenbuch, eBook
Seiten:339
Verlag:Amazon
ISBN/ASIN:978-1981080274

Klappentext:

„Wer hat meine Millionen geklaut?“ Bis nach Deutschland hallt der Aufschrei eines kriminellen russischen Geschäftsmannes und Millionärs. Die Täter? Matti, ein junger Mann mit bewegter Vergangenheit und sein Kumpel, ein ehemaliger Banker! Die beiden sind stets in Geldnot. Von Deutschland aus stürzen sie sich in den Coup ihres Lebens.

Mit viel Raffinesse starten sie den Geldraub. Doch sofort beginnt von Russland aus die Jagd nach den Übeltätern. Die Spannung geht gelegentlich in irrwitzige Situationen über. Ist Matti doch ein heißblütiger Typ, der nichts anbrennen lässt, was schöne Frauen betrifft.

Ein Thriller mit viel Action, in dem gelegentlich auch geschmunzelt werden darf.

Szenen der frei erfundenen Handlung ereignen sich an internationalen Schauplätzen, aber auch in deutschen Justizvollzugsanstalten. Alles spielt vor einem realen Hintergrund, denn einige der Firmen mit Mafia-ähnlichen Strukturen treten unter ihrem tatsächlichen Namen auf, vorausgesetzt, diese Unternehmen wurden durch staatliches Eingreifen mittlerweile zerschlagen.

Inhalt:

Wer sich das Buch "Schatten vergessen nichts" vornimmt, der wird feststellen, dass alles möglichst nahe an der Realität von mir geschildert wird. Es zählt zu meines Hobbys, ein bisschen echtes Feeling und Sach-Information in die Texte dezent mit einzupacken. Doch muss die Szene stets spannend bleiben.

Nicht alles muss Fiktion sein. Ein Polizist, der als Krimi-und Test-Leser das Buch sich vorknöpfte, der zeigte mir sein Erstaunen, dass auch ihm einige Details aus seinem Bereich erst durch den Text bekannt wurden, über die er bisher keine Kenntnis hatte.

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Leseprobe

Kapitel 1
Juli 2007
»Auf unsere Gesundheit!« Das verlängerte Wochenende anlässlich des Jahrestages der Revolution ging zu Ende. Mit Freunden verbrachte Bucharow die Zeit auf seiner Datscha südöstlich von St. Petersburg. Gemeinsam sangen sie schwermütige Volkslieder und spielten ausgiebig Wodka-Durak, die hochprozentige Variante eines heimischen Karten-Spiels. Und immer wieder stimmten sie Trinksprüche an.
Gefeiert hatte er wie jedes Jahr, liefen die Geschäfte doch ausgezeichnet. Seine Firma hatte er unweit des Petersburger Zentrums untergebracht. Von hier transferierte er illegales Geld in die Schweiz und in die Karibik. Diesen Standort unweit der staatlichen Eremitage hatte er gewählt, weil nach hier die politische und wirtschaftliche Prominenz nur kurze Wege zu seiner Büroetage hatte.
Vor einigen Monaten erweiterte er seine geschäftlichen Aktivitäten, indem er zusätzlich ein Geld-/Gold-Umtauschbüro mit Sitz in der Karibik gründete. Die Tätigkeit dieser neuen Niederlassung, eines Geldwäscheladens, lief ausschließlich über das Internet. Gewerbliche Anmeldungen erübrigten sich für beide Unternehmen, hätte dies doch nur zu einem Firmenverbot und nachfolgender Strafverfolgung geführt. Somit wussten weder die zuständigen russischen Behörden noch die britische Verwaltung der Insel Grand-Cayman von der Existenz der beiden Firmen.
Mit sich und der Welt zufrieden endete der Sonntagabend für Bucharow mit einem würdigen Abschluss. Hatte doch einer der Zechkumpane am Montag Geburtstag. Was lag näher, als um Mitternacht noch ein Ständchen zu singen? Und mit einem allerletzten Wodka auf den Glücklichen anzustoßen?
Am nächsten Morgen, zwei Stunden vor deutscher Zeit, klingelte Bucharows Handy. Es meldete sich sein Büroleiter: »Smirni, unser Geld ist weg.«
»Was? Wie?« Bucharow verschlug es die Sprache. Auch wehrte sich seine, vom Alkohol leicht geschwächte Zunge gegen das Formulieren weiterer Worte.
»Unsere Rubel bei der Piter-Bank sind verschwunden, nein, nicht ganz, aber fast. Jemand zahlte letzte Nacht ein paar Kröten ein. Das Girokonto, auf dem Freitag noch vierzig Millionen Rubel waren, ist leer. Zunächst vermutete ich, vielleicht ist es aus Versehen zu einem der beiden Gold-Läden in der Karibik gegangen. Nicht nur, dass es dort nicht zu sehen ist. Halt dich fest, Smirni, unser eigener Laden, die Gold-X-Change antwortet nicht, deren Website ist vom Bildschirm verschwunden. Das bei E-gold geparkte Edel-Metall ist ebenfalls fort, als hätte es sich in ein Nichts aufgelöst.«
Bucharow stieß einen Zornesschrei aus. Umbringen würde er diese Söhne einer sibirischen Hure. So schnell es der noch vorhandene Alkoholspiegel zuließ, kam von ihm die Antwort: »Ich komme sofort. Jeden, der neugierig um das Büro herum schleicht, fängst du ein. Lass keinen zur Tür raus, der unsere Firma betritt! Alle Mitarbeiter informierst du! Sie haben schnellstens zu erscheinen!«
Mit einer Flasche Wodka unter dem Arm sprang Bucharow in seinen Daimler. Der Russe jagte das 600 PS starke Fahrzeug die Ulica Wostoch-Naja Richtung Stadt, später nahm er die Ulica Lenina. Danach nahm er die Most chores Newa Richtung westlicher Stadtrand. In der Hektik schrammte er mit seinen fast 150 Stunden-Kilometern an einem alten Lieferwagen entlang. Der Zwölfzylinder und die anderen Fahrzeuge aber besaßen an diesem Morgen ein unverschämtes Glück, rollte nach den Feiertagen der Verkehr doch nur langsam wieder an. Niemand, außer Bucharow, schien zur Eile zu drängen.
Er war sich sicher, ohne absolute Disziplin ließ sich dieser dreiste Raub nie aufklären. Bucharow nahm noch einen kräftigen Schluck Parliament, warf die Flasche auf den Ledersitz des Autos und eilte in seine Firma. Als er die Tür zum Chefzimmer aufriss, stand die Mannschaft von Programmierung und Datenverarbeitung in kompletter Besetzung bereits im Raum. Sein Prokurist hatte offensichtlich ganze Arbeit geleistet, stellte Bucharow trotz seines Zornes mit Genugtuung fest. Noch nie waren diese Kerle so früh hier anzutreffen.
Bucharow schrie und tobte, weil diese Typen nur dumm herumstanden und offensichtlich nicht ahnten, was sich über das Wochenende ereignet hatte. Von seinem Stellvertreter wussten sie lediglich, es hinge etwas Schlimmes in der Luft. Falls einer von ihnen an dem Geldraub beteiligt sei oder auch nur eine entfernte Verbindung bestand, aus dem Büro des Alten würde es kein Entkommen geben. Vermutlich schaffte es so ein Kerl nicht einmal, lebend den Raum zu verlassen. Besaß Bucharow doch eine 12-schüssige Makarow, abgezweigt aus den Beständen der Roten Armee. Die Waffe lag schussbereit in seiner Schreibtischschublade.
Weshalb ging bei E-gold und bei Gold-X-Change niemand an das Telefon? Warben beide Firmen doch mit dem Hinweis »24-Stunden-Service«. Für sein eigenes Unternehmen auf den Cayman-Islands bestand sogar eine Arbeitsanweisung mit diesen Vorgaben. Zwar war es jetzt in der Karibik fast Mitternacht, das aber entschuldigte nichts. Dass er keinen Verantwortlichen bei der Piter-Bank erreichte, das traf ihn besonders hart. Kamen die denn alle heute so spät zur Arbeit? Steckte denen der Wodka vom Vortag in den Knochen? Vermutlich waren die Kerle noch genauso schlampig wie zu Zeiten des Kommunismus, jagte es durch seine grauen Zellen.
Trotz aller Recherchen und Tricks entdeckten Bucharows Leute keine Hinweise, wo das Vermögen sich jetzt befand. Der Alte verdonnerte wiederholt seine Mitarbeiter, die Spur des Geldes aufzunehmen. Der mysteriöse Raub lag ihm schwer in den Knochen. ›Die Täter werde ich zur Strecke bringen, koste es, was es wolle‹, schnaubte Bucharow.
Kriminalpolizei einschalten? Unsinn, das Malheur hätte sich nur noch verschlimmert. Die Männer von der Milizija würden die Gelegenheit wahrnehmen, seine Bücher ausführlich zu prüfen. Er wusste, jeder von denen hält die Hand auf. Der Verlust wäre noch um eine Dimension größer geworden. Hier mussten andere Leute eingesetzt werden.
Wozu pflegte er seit Jahren Kontakte zur Petersburger Mafia, lud ihre Bosse auf seine Datscha ein? Nur deren Organisation konnte ihm jetzt helfen. Zehn Millionen Rubel war er bereit für die Ergreifung der Verbrecher zu zahlen.

Kapitel 2
Sommer 2005
Matti stand am Fenster. Er sah durch die Gitterstäbe dem Regen zu, der gegen das Glas peitschte. Manchmal zuckten Blitze und von weit her grollte der Donner über die schwäbische Alb. Das Nass schlug gegen den Fenstersims, Windböen zerrten es fort und rüttelten an dem in die Jahre gekommenen Klotz. Aus Stahlbeton gebaut, war der Kasten vermutlich für die Ewigkeit gedacht.
An solch stürmisch dunklen Tagen wirkte die Anlage unheimlich, fast gefährlich. Verirrten sich doch nur selten Besucher hierher. Das Monstrum besaß einen, besonders bei seinen Insassen verhassten Namen: Justizvollzugsanstalt Stammheim.
Der Wind jagte schon eine Weile dieses grau in grau tief hängender Wolken über das Gelände. Hin und wieder streiften sie die obersten Stockwerke der Anstalt, verschluckten sie für kurze Momente in ihrem Dunst.
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Der Autor

In Osthessen lebe ich, dem Land zwischen Rhön und Vogelsberg. Ich bin verheiratet und arbeite hier mitten im Herzen Deutschlands.

Wenn es meine Zeit erlaubt, lese ich gerne ein interessantes Buch, wobei ich wegen des Genres nicht eindeutig festgelegt bin. Hauptsache es ist spannend und bereichert mich. Daher greife ich auch öfters mal zu einem Sachbuch.

Tatsächlich bin ich stets neugierig auf das Leben, nehme alles auf, was mich irgendwie interessiert. Auf diesem Weg bin ich auf einige kaum bekannte, aber tatsächlich existierende, Mafia-ähnliche Firmen und Organisationen gestoßen, die ich in einen Thriller wieder aufleben ließ. Wer kann sich noch an das weltweite Netz der in der Karibik ansässigen Firma "E-gold" erinnern? Wer weiß noch von der Bedeutung der "Gemeinschaft der Diebe" in den deutschen Justizvollzugsanstalten vor etwa zehn Jahren. Oder kennt die legendäre "Labby", mit der Berufsspieler bevorzugt ihr Glück am Spieltisch versuchen. Doch das Wichtigste sind mir stets die Menschen. Deswegen habe ich auf blutige Szenen verzichtet und denke, der Spannung dürfte dies keinen Abbruch tun.

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